USA etablieren erste permanente Militärbasis in Israel: Raketenabwehr gegen Iran und Hisbollah

USA etablieren erste permanente Militärbasis in Israel: Raketenabwehr gegen Iran und Hisbollah
Die USA haben am Montag ihre erste permanente Militärbasis auf dem Boden ihres Top-Verbündeten Israel eingeweiht. Auf der Basis wird ein Raketenabwehrsystem betrieben, das sich gegen Iran und die Hisbollah im Libanon sowie Syrien richtet.

von Ali Özkök

Die Raketenbasis kommt zu einem Zeitpunkt wachsenden israelischen Interesses für die Entwicklung von Langstrecken-Raketen durch den Iran. Gemeinsam mit den USA etablierte Jerusalem, wie aus Medienberichten hervorgeht, ein "vielschichtiges Verteidigungssystem gegen Langstrecken-Raketenangriffe bis zu einfachem Raketenbeschuss vom Libanon bis zum Gazastreifen".

Das israelische Militär bemerkte in diesem Zusammenhang, dass die im Vergleich kleine Militärbasis in Kombination mit anderen Maßnahmen eine deutliche Botschaft der Bereitschaft an die Feinde Israels sendet.

"Es ist eine Botschaft, dass Israel besser vorbereitet ist. Es ist eine Botschaft, die besagt, dass Israel seine Reaktion auf Bedrohungen verbessert", sagte Brigade-General Swika Haimowitsch, Kommandant der Luftverteidigung Israels.

Gestärkte Hisbollah schafft potenzielle neue Bedrohungslage

Das Zentrum für politische und militärische Analysen Warfare Worldwide vermutet hinter der Einrichtung der Militärbasis die israelische Sorge vor einem näher rückenden Konflikt mit der pro-iranischen Schiiten-Miliz Hisbollah im Libanon und Syrien. Gegenüber RT Deutsch erklärte das Zentrum:

Die heutige Situation im Nahen Osten drängt Israel dazu, weiter in feste und konkrete Verteidigung zu investieren. Nach dem Ende der aktiven Phase des syrischen Bürgerkriegs ist die Hisbollah-Frage aktueller als je zuvor. Auch die USA erhöhen ihre Präsenz in der Region, während sich das Gleichgewicht und die Kontrolle über die Region hin zu Russland verlagern. Hinzu kommt, dass Israel und die USA in diesem Zusammenhang die ballistischen Raketenfähigkeiten Irans berücksichtigen.

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Der Sicherheitsanalyst des Israelischen Instituts für Regionale Außenpolitik (Mitvim), Nimrod Goren, sagte in einer Stellungnahme RT Deutsch, dass die Militärbasis "Teil einer laufenden Vertiefung der US-israelischen Militärkooperation ist". Mit Blick auf die israelische Gefahrenwahrnehmung fügte er hinzu:

Ich glaube nicht, dass dies auf eine konkrete neue Bedrohungslage zurückzuführen ist. Israel will einen weiteren Krieg im Libanon mit der Hisbollah verhindern. Es bereitet sich aber auch aktiv darauf vor, die Bedrohung für den Fall zu minimieren, dass es zu einem solchen Szenario kommen sollte. Die Hisbollah soll nach ihrer Beteiligung am Syrien-Krieg über verbesserte militärische Fähigkeiten verfügen.

Argwohn in Israel über Waffenstillstands-Regelung im Süden Syriens

Über das allgemeine Verhältnis der USA zu Israel bemerkte der Mitvim-Analyst mit Sitz in Jerusalem:

Die Obama-Regierung war für die Sicherheitsbedürfnisse Israels sehr empfänglich und gab Israel äußerst bedeutsame und weitreichende Sicherheitshilfen. Was die Trump-Regierung betrifft, so gibt es in Israel derzeit Bedenken dahingehend, ob diese bei den Verhandlungen über den Waffenstillstand im Süden Syriens die Sicherheitsbedenken Israels ausreichend berücksichtigt hat.

Die Basis befindet sich auf einem bestehenden israelischen Luftwaffenstützpunkt und wird unter israelischen militärischen Richtlinien operieren. Sie wird eine "Basis innerhalb einer Basis" sein, wie Medien berichten, die sich innerhalb des israelischen Luftwaffenstützpunktes Mashabim inmitten der Negev-Wüste befindet. Dieser liegt in der Nähe einer US-Militärradaranlage östlich von Dimona, die ballistische Raketen verfolgt. Es ist nicht bekannt, wie viele US-Soldaten auf dem Stützpunkt operieren werden. Israelische Medien gehen allerdings von "wenigen Dutzend Soldaten" aus. Zur Einweihungszeremonie waren hochrangige US-Offiziere zugegen.

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General Haimowitsch sprach nicht über die genauen Aufgaben der US-Armee in Negev, bemerkte aber:

Die Basis ist hier, um zu bleiben. Es ging um eine beträchtliche Zuweisung von Ressourcen, in der Einsicht, dass dies richtig und notwendig war und Teil des Vermögens der Vereinigten Staaten in Israel ist.

Auch Iron Dome wird ausgebaut

Haimowitsch bezog sich offenbar auf die US-Soldaten, die das X-Band-Radarsystem betreiben, das die Vereinigten Staaten seit 2009 in Negev betreiben. Das leistungsfähige System, das Raketenstarts aus einer Entfernung von Hunderten von Kilometern aufspüren kann, war Teil von US-Bemühungen, Israels Verteidigungsfähigkeiten angesichts wachsender Spannungen mit dem Iran zu verbessern.

Vergangene Woche etablierte die israelische Luftverteidigung zudem ein zusätzliches Raketenabwehrbataillon. Dieses ist mit einem Luftabwehrsystem vom Typ Iron Dome ausgerüstet. Während des Krieges mit der Hamas im Gazastreifen 2014 setzte Israel zehn Iron-Dome-Batterien ein, um Hamas-Raketen abzufangen. In der Regel ist eine kleinere Anzahl von Batterien zu einem bestimmten Zeitpunkt betriebsbereit.

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