CIA-Direktor: Iran könnte nordkoreanische Atomwaffen kaufen

CIA-Direktor: Iran könnte nordkoreanische Atomwaffen kaufen
Mike Pompeo während seiner Vereidigung als CIA-Direktor am 12. Januar 2017.
CIA-Direktor Mike Pompeo warnt, Nordkorea könne Atomwaffen an andere Länder verkaufen. Explizit nannte er den Iran als möglichen Empfänger. Die US-Regierung arbeitet derweil Pläne zu einer schärferen Gangart gegenüber Teheran aus.

Vor allem soll der iranische Einfluss in Syrien und im Irak begrenzt werden. Mehrfach hat US-Präsident Donald Trump erklärt, das unter seinem Amtsvorgänger Barack Obama mit dem Iran abgeschlossene Atomabkommen aufkündigen zu wollen, das die Entwicklung einer iranischen Atombombe unmöglich machen soll. Doch dafür fehlt bislang ein triftiger Grund: Die Islamische Republik hält sich an alle Vereinbarungen, wie Washington selbst jüngst missmutig eingestehen musste.

Mike Pompeo, Direktor der CIA

Nach Ansicht des CIA-Direktors Mike Pompeo könnte das persische Land allerdings auf einem anderen Weg in den Besitz einer Atombombe kommen. "Die Nordkoreaner haben eine lange Tradition darin, ihr Wissen, ihre Technologie und ihre Kapazitäten mit anderen auf der ganzen Welt zu teilen" sagte der CIA-Direktor am Montag. Nordkorea arbeite weiter daran, seine Langstreckenraketen mit Atomsprengköpfen zu bestücken.

Wenn sie diese Kapazität erreicht haben, dann ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie diese nicht auch vielen anderen zur Verfügung stellen würden. Der Iran wäre sicherlich ein Kandidat, der gewillt ist, dafür zu bezahlen", so Pompeo.

Trump-Regierung plant härtere Gangart gegenüber Teheran

Pompeos Aussage erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Pläne der Trump-Regierung, die Gangart gegenüber dem Iran zu verschärfen. Laut einem Bericht der New York Times haben US-Verteidigungsminister James Mattis, US-Außenminister Rex Tillerson und der Nationale Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster einen entsprechenden Entwurf ausgearbeitet. Dieser sei Trump letzten Freitag während einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates vorgelegt worden. Unter Berufung auf Regierungsbeamte schreibt die US-Zeitung: 

Der Entwurf umfasst ein aggressiveres Vorgehen der USA gegen iranische Waffenlieferungen, etwa an die Huthi-Rebellen im Jemen oder palästinensische Gruppen im Gazastreifen oder im ägyptischen Sinai. 

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Der Vorschlag favorisiere zudem, "dass die Vereinigten Staaten aggressiver in Bahrain reagieren, wo die schiitische Bevölkerungsmehrheit, die Reformen verlangt, von der sunnitischen Monarchie unterdrückt wird". Die potenziell dem Iran wohlgesonnene schiitische Mehrheit ruhig zu halten, ist den USA ein besonderes Anliegen, da die Vereinigten Staaten mehrere Militärstützpunkte in dem Königreich unterhalten. Die Streitkräfte des Landes sind zudem hauptsächlich mit US-Waffen ausgerüstet.

Kampf gegen den IS hat weiter Priorität

Im Zentrum des Entwurfs steht jedoch der iranische Einfluss im Irak und in Syrien, vor dem auch Israel jüngst eindringlich warnte. Das US-Militär soll demnach aggressiver gegen die dort aktiven schiitischen Milizen vorgehen. Allerdings sei kurzfristig nicht mit einer militärischen Eskalation in diese Richtung zu rechnen, so die New York Times.

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Denn nach wie vor habe der Kampf gegen den "Islamischen Staat" (IS) Priorität. Und in diesem spielen die schiitischen Milizen eine unverzichtbare Rolle. Die Hisbollah und vom Iran unterstützte Kräfte seien "sehr hilfreich" gewesen, um dem IS große Teile seines selbsternannten Kalifats im Irak zu entreißen, so ein Regierungsbeamter.