RT-Exklusiv: Ausländische IS-Bräute im Irak zwischen den Welten gefangen

RT-Exklusiv: Ausländische IS-Bräute im Irak zwischen den Welten gefangen
Frauen im Irak, die vor Kämpfen zwischen dem Islamischen Staat und irakischen Streitkräften flohen, Mossul, 17. Mai 2017.
Irakische Behörden beobachten und versorgen 1.400 Frauen und Kinder, deren Männer und Väter für den IS kämpften, in einem speziellen Flüchtlingscamp. Sie stammen aus Russland, der Türkei, Zentralasien, Europa und den USA. RT hat das Lager besucht.

Seit Ende August strömen Witwen und Waisen getöteter IS-Kämpfer in das Camp südlich der befreiten Stadt Mossul. Unter ihnen sind auch viele Waisenkinder, die weder ihren Namen noch ihre wahre Herkunft kennen. Es ist oft sogar schwer für die Behörden, die Identitäten der Frauen festzustellen, da auch diese keine Papiere mehr besitzen.

Die Frauen, auch wenn sie sich nicht des Mordens und der Gräueltaten schuldig gemacht haben, sind illegal in den Irak gekommen. Jetzt müssen die irakischen Behörden sie zudem auch vor Racheakten vonseiten der Iraker schützen. Bis die Identitäten geklärt sind und das künftige Schicksal der Frauen und Kinder - und dazu muss mit den zuständigen Botschaften verhandelt werden -, können diese das Camp nicht verlassen. Derweil wird nach anderen Unterbringungsmöglichkeiten gesucht.

Frankreich will erwachsene IS-Kämpfer im Irak aburteilen

Französische Spitzenbeamte haben mitgeteilt, dass sie eine Verurteilung von IS-Mitgliedern im Irak vorzögen. Auf diese Weise könnten sie sich am elegantesten der Verantwortung entziehen. Gegenüber Reuters sagte ein französischer Diplomat: 

Die generelle Einstellung ist, dass Erwachsene im Irak verhandelt werden. Wir denken aber, dass Kinder vom rechtlichen und sozialen Dienst Frankreichs profitieren würden. 

Eine Vielzahl an IS-Männern hatte sich mit ihren Familien den kurdischen Peschmerga-Kämpfern nahe der nördlichen Stadt Al Afar ergeben. Die Männer behielten die Kämpfer bei sich, die Frauen und Kinder reichten sie weiter an die irakischen Streitkräfte.

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Vermeintlicher Türkei-Urlaub endete beim IS

Manche der Frauen gaben in Interviews an, dass sie auf Lügen ihrer Männer hereingefallen seien. Ein Urlaub in der Türkei konnte demnach schon einmal im IS-Gebiet des Irak enden. 

Den genauen Ort des Lagers halten die Vereinten Nationen geheim, um die geflüchteten Angehörigen der IS-Kämpfer zu schützen. Der RT-Reporter Murad Gasdiew sprach mit einigen des Russischen mächtigen Frauen, die ihm mitteilten, dass sie nur noch einen Traum verfolgten: 

Ich will nach Hause. Ich bin hier durch einen unglücklichen Umstand. Ich will wirklich nach Hause. [...] Bitte lasst mich hier raus. 

Eine andere IS-Witwe sagte Gasdiew im Interview: 

Die meisten Frauen hier kamen mit ihren Ehemännern. Wir kamen nicht hierher, um zu kämpfen oder zu töten. Wir kamen, um hier zu leben. Meine Mutter kam, um mich zu holen und sie haben sie auch festgehalten. Der IS ließ niemanden gehen, auch nicht, wenn man medizinische Hilfe brauchte. Wer sollte dort leben wollen?