Gescheiterte Gespräche: US-Präsident Trump will jetzt doch Frieden zwischen Katar & Saudi-Arabien

Gescheiterte Gespräche: US-Präsident Trump will jetzt doch Frieden zwischen Katar & Saudi-Arabien
Riad hat jegliche Kommunikation mit Doha aufgekündigt, nachdem katarische Medien angeblich den Inhalt erster diplomatischer Telefongespräche zwischen den beiden arabischen Staaten falsch zitierten, schreibt die staatliche saudische Presse. Zuvor rief US-Präsident Trump die Golfstaaten zu Einheit gegen Iran auf.

Am Freitag kontaktierte der Emir von Katar den saudischen Verteidigungsminister und Kronprinz Muhammed bin Salman, um telefonisch die Liste der Forderungen gegen Doha zu erörtern, um die diplomatische Krise mit Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten zu beenden.

Medien erklären, dass der katarische Emir Scheich Tamim bin Hamad al-Thani seine Bereitschaft für eine Verhandlung signalisierte. Im Anschluss an die Gespräche veröffentlichte die staatlichen Nachrichtenagentur Saudi-Arabiens SPA, dass Riad den Dialog und Kommunikation mit Doha aussetzt. Darauf reagierte die katarische Nachrichtenagentur QNA mit der Aussage. Die Kataris beschuldigten die saudische Seite, dass es zu „verzerrenden Tatsachen“ bei der Berichterstattung zum Telefongespräch kam.

„Das Königreich von Saudi-Arabien kündigt die Aussetzung jeglichen Dialogs oder Kommunikation mit der Behörde in Katar an, bis eine klare Aussage vorliegt, die die katarische Position in der Öffentlichkeit erklärt“, heißt es von SPA.

Die staatliche Nachrichtenagentur von Katar berichtete unter Berufung auf den saudischen Kronprinzen, dass „zwei Gesandte ernannt werden, um den Streit in einer Weise zu beheben, die die Souveränität der Staaten respektiert“, während beide Führer „die Notwendigkeit betonen, diese Krise zu lösen, um die Einheit und Stabilität des Golfkooperationsrates zu gewährleisten“, berichtete Al Jazeera. Das Telefongespräch wurde vom US-Präsidenten Donald Trump koordiniert, heißt es weiter.

Es ist nicht klar, welcher Teil des Berichts Riad verärgerte. Im Vorfeld der Ankündigung am Freitag führten bin Salman und al-Thani getrennte Unterredungen mit Donald Trump, nachdem der US-Präsident – entgegen seiner Einstellung noch vor wenigen Monaten – anbot, als Vermittler im Konflikt zu fungieren.  

Das Weiße Haus betonte im Namen des US-Präsidenten die Bedeutung einer einheitlichen Position arabischer Staaten im Kampf gegen den Terrorismus und als Gegengewicht zum Iran.

Ein Küstenschutzboot für Saudi-Arabien wird auf ein Transportschiff im Hafen von Mukran, Sassnitz, beladen. Die Luerssen-Gruppe aus Bremen, zu der die Wolgaster Schifffahrtsgesellschaft gehört, erhielt den Auftrag für eine Flotte von Patrouillenbooten im Wert von über 1 Milliarde.

Der Saudi-geführte arabische Block kündigte seine diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen mit Doha am fünften Juni auf. Riad unterstellte Doha, es würde Terrorgruppen unterstützen und sich in innere Angelegenheiten anderer Staaten einmischen. Um die Beziehungen zu normalisieren, forderte der Saudi-Block die Erfüllung eines 13-Punkte-Ultimatums ein. Zu den Forderungen gehört die Auflösung der türkischen Militärbasis in Katar und die Schließung des populären Fernsehsenders Al Jazeera.

Als die Katar-Krise im Juni losbrach, stellte sich Donald Trump noch an die Spitze des Saudi-Blocks. Er beschuldigte Doha öffentlich, dass es den Terror unterstützt. Die USA unterhalten in Katar die größte US-Militärbasis des Nahen Ostens. Auf der Basis sind rund 10.000 US-Soldaten stationiert, die mit den katarischen Streitkräften regelmäßig Militärübungen durchführen, zuletzt im Juni.