Syrische Armee bricht Einkesselung von Deir ez-Zor: „Islamischer Staat“ verliert letzte große Stadt

Syrische Armee bricht Einkesselung von Deir ez-Zor: „Islamischer Staat“ verliert letzte große Stadt
Ein T-72 Panzer der republikanischen Garde kurz vor der Durchbrechung der Blockade von Deir ez-Zor
Die Einkesselung der ostsyrischen Stadt Deir ez-Zor durch den „Islamischen Staat“ wurde von Regierungstruppen unter russischer Beteiligung durchbrochen. Das berichtet das syrische Staatsfernsehen am Dienstagmittag. Die Terrormiliz belagerte die Stadt seit drei Jahren.

Syrische Regierungstruppen, die die Stadt von der Militärbasis der 137. Brigade am westlichen Stadtrand verteidigten, haben heute Kontakt zu Truppen aufgenommen, die über die Wüste aus dem Westen des Landes gegen den IS vorrücken. Erste Quellen veröffentlichen Bilder aus der Militärbasis in Deir ez-Zor, wo sich mutmaßliche syrische Armee-Offiziere begrüßen.

Das syrische Staatsfernsehen hat ein Video und Bilder vom Moment veröffentlicht, als eingekesselte Regierungstruppen die Entsatztruppen der syrischen Armee willkommen hießen.

Die Garrison in Deir ez-Zor wurde über Jahre aus der Luft mit Lebensmitteln und Waffen versorgt. In der Stadt, die vor dem Bürgerkrieg über 200.000 Einwohner zählte, sollen heute noch immer rund 93.000 Zivilisten leben.

In den vergangenen Tagen brachen syrische Regierungstruppen mit Hilfe der libanesischen Hisbollah und russischen Truppen den Widerstand des IS in der östlichen Hama-Provinz und rückten im Anschluss mit großer Geschwindigkeit auf IS-Positionen in der Deir ez-Zor-Provinz vor.

In einem Interview am Montag sprach RT Deutsch mit dem ehemaligen Vize-Chefredakteur des arabischen Nachrichtenportals Al Masdar Paul Antonopoulos. Über die Tragweite der Eroberung sagte er:

Deir ez-Zor ist der letzte Schritt bei der Befreiung von IS-kontrolliertem Territorium nach den Operationen in Mossul und Rakka. Die komplette Befreiung von Deir ez-Zor wird alle an einen Staat gemahnenden Strukturen des "Islamischen Staates" endgültig zerschlagen. Die Terrormiliz verliert damit insbesondere unter ihren Kämpfern ihre Legitimität."

Am Dienstagmorgen gab das russische Verteidigungsministerium bekannt, dass es die syrische Armee mit Abschüssen von Kalibr-Marschflügkörpern aus dem Mittelmeer gegen IS-Bewegungen in Ostsyrien unterstützt.

Auch am Boden unterstützen russische Sondereinsatzkräfte die syrischen Regierungstruppen im Kampf gegen den „Islamischen Staat“. In den sozialen Medien gingen Bildaufnahmen von den Sondereinsatzkräften aus Russland publik.