Syrien: Von USA ausgebildete Rebellen sollen Waffen an den "Islamischen Staat" verkauft haben

Syrien: Von USA ausgebildete Rebellen sollen Waffen an den "Islamischen Staat" verkauft haben
Die Terroristen des "Islamischen Staates" sollen Waffen von Rebellen erhalten haben, die von den USA unterstützt werden.
Ein ehemaliger Kämpfer einer von den USA in Syrien unterstützten Rebellengruppe erhebt schwere Vorwürfe. Der Kommandeur seiner Einheit habe von den USA gelieferte Waffen an den IS verkauft. Die Amerikaner hätten davon gewusst, seien aber nicht eingeschritten.

Die von den USA in Südsyrien unterstützten so genannten moderaten Rebellen hatten nie vor, den "Islamischen Staat" (IS) zu bekämpfen. Stattdessen hätten sie Waffen und Munition an die Terroristen verkauft, die sie zuvor von den USA erhalten haben. Das behauptet ein ehemaliger Mitstreiter der Rebellen in einem Interview gegenüber dem russischen Fernsehsender Rossija 24.

Nach eigener Aussage war Asaad As-Salem in der US-gestützten Gruppe Maghawir-Al-Thawra aktiv, bevor er zu den Regierungskräften überlief. Die Gruppe sei auf der US-Basis in At-Tanf (auch Al-Tanf) nahe der jordanischen beziehungsweise irakischen Grenze stationiert gewesen. Zusammen mit weiteren Kämpfern und deren Familienangehörigen habe er die Basis verlassen und lebe nun in einem Flüchtlingslager bei Damaskus, so As-Salem.

Ursprünglich hätten er und einige Mitstreiter sich der Rebellengruppe mit der Intention angeschlossen, den IS zu bekämpfen. Trotz des offiziell proklamierten Ziels, die Terroristen zu bekämpfe, habe seine Einheit keinerlei Aktionen gegen den IS unternommen. Stattdessen hätten deren Kommandeure die erhaltenen US-Waffen an die Terroristen verkauft – die US-amerikanischen Ausbilder hätten das sogar mitbekommen, aber darüber hinweggesehen.

Als wir erfuhren, dass unser Anführer Waffen an die IS-Terroristen verkaufte, informierten wir die Kommandoführung der US-Basis. Doch nichts geschah. Die Amerikaner haben stattdessen die Unterstützung für den Mann noch ausgeweitet. Er hat alle möglichen Arten von Waffen verkauft, die sich im Besitz unserer Einheit befanden. Von Kleinwaffen über M-16- und M-4-Sturmgewehren bis hin zu Maschinengewehren und Munition.

Die syrische Armee hatte im Juni mit einem Vorstoß das von den US-Rebellen kontrollierte Gebiet im Süden Syriens vom Herrschaftsbereich des IS abgeschnitten. Damit wurde das ausgegebene Ziel der Rebellen obsolet, den IS zu bekämpfen, gibt es seitdem doch keine Front mehr zum IS.

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USA interessieren sich nicht für Belange der Bevölkerung

As-Salem glaubt, die USA hätten nie das Ziel gehabt, die Terrormiliz im Süden Syrien zu bekämpfen. Stattdessen habe Washington dort seinen Einflussbereich vergrößern wollen. Die US-Berater hätten nur diejenigen unterstützt, die ihrer eigenen Agenda dienlich waren und kein Interesse daran gezeigt, den Zivilisten zu helfen: 

Es gibt keine Unterstützung für die lokale Bevölkerung. Da ist beispielsweise das Flüchtlingslager Rukhban, rund 20 Kilometer von der US-Militärbasis entfernt. Einige der dort lebenden Menschen sind Verwandte der Kämpfer, die mit den Amerikanern kollaborieren, andere sind Zivilisten aus At-Tanf. Die Lebensbedingungen dort sind nicht angemessen. Die Kinder können nicht lernen, es gibt keine Gesundheitsversorgung. Die Amerikaner unterstützen nur diejenigen, die ihren Zielen dienlich sind. Alles in allem verhalten sie sich wie Invasoren.

Moskau: Vorwürfe sollten geprüft werden

Die Angaben As-Salems lassen sich nicht unabhängig verifizieren. Bekannt ist aber, dass US-Spezialkräfte im vergangenen Jahr die Basis in At-Tanf eingerichtet hatten, die sich in der Nähe eines strategisch wichtigen Grenzübergangs zum Irak befindet.

Während die US-geführte Koalition behauptet, die Basis diene dem Kampf gegen den IS, hat sie bei verschiedenen Gelegenheiten das Feuer auf syrische Truppen eröffnet, die sich dem Gebiet annäherten.

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Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, sagte am Donnerstag, dass diese Informationen sorgfältig untersucht werden sollten: 

Diese Angaben bedürfen einer sorgfältigen Prüfung durch kompetente Organisationen, einschließlich internationaler Organisationen. Diesen zufolge macht die US-Koalition nicht das, was sie behauptet, nämlich Terroristen im Süden Syriens zu bekämpfen, sondern verfolgt ganz eigene Ziele. Eins davon ist die Ausweitung der Einflusssphäre in Syrien.

As-Salems Angaben sind keine Überraschung

Die von As-Salem preisgegebenen Informationen seien keine Überraschung, so der Journalist und Kommentator John Wight gegenüber RT:

Diese lassen die Luftangriffe der USA auf syrische Pro-Regierungskräfte im Juni dieses Jahres, die sich der At-Tanf-Basis genähert hatten, in einem besonders düsteren Licht erscheinen. Sie sprechen dafür, dass diese Angriffe weniger dem Schutz der US-gestützten, so genannten moderaten Rebellen dienten als vielmehr dem Bestreben, die von As-Salem beschriebenen Aktivitäten zu verschleiern.

Bildquelle: Army.mil

Ebenso wenig seien die Berichte über die schlechte Lage in dem von US-Rebellen kontrollierten Flüchtlingslager überraschend. Denn die USA sind "nicht wirklich am Wohlergehen des syrischen Volkes interessiert", sagt Wight.

Das Leiden des syrischen Volkes wurde von den USA nur benutzt, um die eigene Präsenz in Syrien zu rechtfertigen. Die USA haben dabei nur ihre eigene, nach Hegemonie strebenden Agenda im Kopf.

Zweck der US-Präsenz in Südsyrien: Kampf gegen die Regierung

Die von den USA im Süden Syriens unterstützten Kampfgruppen werden von jenem Military Operations Center (MOC) koordiniert, das sich in Jordaniens Hauptstadt Amman befindet. Ein weiteres MOC befindet sich im südtürkischen Adana, von dort aus koordiniert die Koalition die im Norden Syriens agierenden Kämpfer.

Ursprünglich wurden die Operationszentren im Rahmen des verdeckten CIA-Programms Timber Sycamore eingerichtet, das im Frühjahr 2013 ins Leben gerufen wurde. Ausdrückliches Ziel des CIA-Programms war der Sturz des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad – nicht der Kampf gegen Terroristen. Laut einer Quelle aus der US-Regierung wurden im Rahmen des Programms 100.000 syrische Soldaten und Verbündete getötet oder verwundet. US-Präsident Donald Trump hat das Programm kürzlich einstellen lassen.

Vor einem Monat offenbarte sich ein ehemaliger Insider des Programms gegenüber RT Deutsch. Er berichtete von der grassierenden Korruption unter den US-gestützten Kämpfern.

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