Lawrow zur syrisch-iranischen Kooperation: Keine Hinweise zu geplanten Angriffen auf Israel

Lawrow zur syrisch-iranischen Kooperation: Keine Hinweise zu geplanten Angriffen auf Israel
Russlands Außenminister Lawrow während der gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem katarischen Amtskollegen Abdulrahman al-Thani in Doha.
Zu den jüngsten Drohungen Israels im Zusammenhang mit der iranischen Präsenz in Syrien hat der russische Außenminister Lawrow nun Stellung bezogen. Es gebe keine Hinweise, dass irgendjemand einen Angriff auf Israel plane. Die syrisch-iranische Kooperation verstoße nicht gegen das Völkerrecht.

Vergangene Woche war der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach Sotschi gereist, um sich dort mit den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu treffen. Dabei drohte Netanjahu mit Militärschlägen gegen Syrien, sollte der Iran sich nicht aus Israels Nachbarland zurückziehen.

Zuvor hatten israelische Medien berichtet, der Iran errichte in Syrien eine Fabrik zum Bau von Scud-Raketen. Ähnliche Vorwürfe wurden bereits zu Jahresbeginn in Bezug auf den Libanon erhoben.

Nicht nur im Grenzgebiet zum Libanon kämpft die syrische Armee an der Seite der von Teheran unterstützten Hisbollah. Israel will die wachsende Präsenz des Irans in seinem Nachbarland nicht hinnehmen.

Am Montag sagte Netanjahu gegenüber UN-Generalsekretär Antonio Guterres, das persische Land wolle Syrien und den Libanon als Front gegen Israel nutzen, um das Land auszulöschen. „Das kann Israel nicht akzeptieren. Und das sollte auch die UN nicht akzeptieren“, zitierte die Jerusalem Post den Ministerpräsidenten.

Am Mittwoch nahm der russische Außenminister Sergei Lawrow während seiner Visite in Doha auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Katars Außenminister dazu Stellung, nachdem ein Reporter folgende Fragen stellte:

Vor einigen Tagen sagte Israels Ministerpräsident Netanjahu, dass der Iran angeblich Anlagen für den Bau von Präzisionsraketen im Libanon und in Syrien errichtet, die gegen Israel eingesetzt werden könnten. Sind Ihnen solche Pläne seitens des Iran bekannt? Wurde diese Angelegenheit während Netanjahus Besuch in Sotschi besprochen? 

Lawrow antwortete: 

Herr Netanjahu hat selbst gegenüber den Medien gesagt, was in Sotschi besprochen wurde. Was Ihre Frage zur Kooperation zwischen dem Iran und Syrien betrifft, ist meine Position folgende: Solange diese nicht gegen das Völkerrecht verstößt, sollte sie auch nicht in Frage gestellt werden. Wenn irgendwer im Nahen Osten oder einem anderen Teil der Welt plant, das Völkerrecht durch die Untergrabung der Souveränität oder territorialen Integrität anderer Länder zu verletzen, einschließlich der Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas, dann verurteilen wir das.

Der Außenminister betonte zudem: „Wir haben keinerlei Informationen, dass irgendjemand einen Angriff auf Israel plant.“ 

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