Geheimdiensterkenntnisse: 20 israelische Staatsbürger kämpfen auf Seiten des Islamischen Staates

Geheimdiensterkenntnisse: 20 israelische Staatsbürger kämpfen auf Seiten des Islamischen Staates
Ein Kämpfer des Islamischen Staats 2014 in Mossul.
Laut israelischen Medienberichten hat das Innenministerium gegen 19 Bürger in deren Abwesenheit ein Verfahren zum Entzug der Staatsbürgerschaft eingeleitet. Den Betroffenen wird vorgeworfen, sich der Terrormiliz Islamischer Staat angeschlossen zu haben.

Laut Berichten des israelischen Fernsehsenders Kanal 2 soll der israelische Inlandsgeheimdienst Schabak dem Innenministerium eine Liste mit den Namen von 20 israelischen Staatsbürgern übergeben haben, die sich dem IS angeschlossen haben sollen. Einer von ihnen sei vor kurzem bei Kampfhandlungen getötet worden.

Die meisten auf der Liste seien israelische Araber, zwei von ihnen seien jedoch israelische Staatsbürger, die zuvor aus den GUS-Ländern ins Land gezogen sein sollen. Bei ihnen soll es sich um so genannte Konvertiten handeln.

Anfang Februar hatten Schabak-Agenten zusammen mit Polizeibeamten einen israelischen Staatsbürger weißrussischer Herkunft festgenommen, der offenbar versucht hatte, sich dem IS in Syrien anzuschließen. In diesem Zusammenhang hatte der Inlandsgeheimdienst wiederholt geäußert, dass IS-Anhänger in Israel eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit im Land seien. Aus diesem Grund würden alle erforderlichen Anti-Terror-Maßnahmen und vorbeugenden Mittel eingesetzt, um dieser Gefahr entgegenzuwirken.

Insgesamt 60 Dschihad-Touristen stammen aus Israel

Nach Angaben der Zeitung Jerusalem Post waren insgesamt 60 Bürger Israels nach Syrien und in den Irak eingereist, um dort diversen Terrorgruppierungen beizutreten. Im Oktober 2015 deckten israelische Sicherheitsbehörden den ersten bekannten Fall eines IS-Angriffsplans gegen Israel auf und klagten sieben israelische Araber an, im Auftrag einer IS-Zelle einen Angriff auf militärische Ziele geplant zu haben.

Der erste tödliche Angriff in Israel, von dem angenommen wird, dass er im Zusammenhang mit dem IS steht, fand im Januar 2016 statt. Ein israelischer Araber tötete damals in Tel Aviv drei Menschen. Sechs Monate später erschossen zwei Palästinenser vier Israels auf Tel Avivs Sarona-Markt. Im Februar dieses Jahres wurde Anes Haj Yahia, 35, ein Bewohner von Taibe, östlich von Kfar Saba, verhaftet, nachdem er mit Terroristen online in Kontakt getreten sein soll, um Angriffe in Israel zu planen.

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