Trump will iranische Militäranlagen inspizieren: Teheran spricht von einem Satire-Beitrag

Trump will iranische Militäranlagen inspizieren: Teheran spricht von einem Satire-Beitrag
Der iranische Präsident Hassan Rouhani bei den Vereinten Nationen in New York, USA, 21. September 2016.
Die USA haben jüngst neue Sanktionen gegen Iran beschlossen. Die Islamische Republik sieht darin eine Verletzung des Nuklearabkommens. Nun fordert US-Präsident Trump die Inspektion iranischer Militärstützpunkte. Für Teheran kommt die Forderung einem Satire-Beitrag gleich.

Den Wunsch des US-Präsidenten Donald Trump, iranische Militärstützpunkte zu inspizieren, bezeichnete der Sprecher des iranischen Außenministeriums als einen "unsinnigen Traum, der nie wahr werden wird." Richtig ernst nehmen wollte Bahram Gasemi die Forderung Trumps nicht. Diese sei "vielleicht von einem Satiriker aufgeschrieben" worden, so der Sprecher am Montag. 

Schon während seines Wahlkampfes hatte Trump deutlich gemacht, dass er von dem unter Präsident Barack Obama abgeschlossenen Nuklearabkommen mit dem Iran nichts halte und dies aufkündigen werde. Auch der Vorschlag, die Iranischen Revolutionsgarden auf die Terrorliste setzen zu lassen, wurde von ihm unterbreitet. 

Der ehemalige Präsidentschaftskandidat der Republikaner Ron Paul während seines Wahlkampfes in Portland, USA, 11. Februar 2012.

Teheran wird unter der Trump-Regierung zum neuen Feindbild hochstilisiert. Trump warb auf seiner ersten Auslandsreise in Saudi-Arabien für eine arabische Koalition mit Israel unter der Führung der USA gegen Iran. Dieser steht bislang noch eine Einigung im Palästinenser-Konflikt entgegen. Iran wird vorgeworfen, im Irak, Syrien und im Jemen Stellvertreterkriege zu führen und die iranische Revolution zu exportieren. Nach dem Terroranschlag im Juni auf das Parlament in Teheran folgte nur eine halbherzige Beileidsbekundung aus Washington. Dort machte man die Iraner für den Terroranschlag mitverantwortlich. 

Die neuen Sanktionen, welche mit großer Mehrheit vom US-Senat abgesegnet und anschließend von Trump unterzeichnet wurden, treffen Nordkorea, Iran und Russland. Innerhalb der Europäischen Union sorgen sich vor allem Frankreich und Deutschland vor neuen Sanktionsdiktaten aus den USA, die zu Lasten der Wirtschaft gehen. Zuletzt trotzte der französische Autohersteller Renault den Handelsbeschränkungen und schloss mit dem Iran einen Deal in Höhe von 660 Millionen  Euro ab. 

Das Handelsblatt beschäftigte sich am Montag mit dem Sinn von Sanktionen. Als wichtigste Voraussetzung für diese nannte es die Akzeptanz in der internationalen Gemeinschaft. Nur in Nordkorea sei diese gegeben. Wie kein anderer hätte Trump dem "Glauben an eine globale Werteordnung mit gemeinsamen Regeln" Schaden zugefügt, so die Zeitung. 

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