Krise zwischen Israel und Palästina: Überwachungskameras ersetzen Metalldetektoren am Tempelberg

Krise zwischen Israel und Palästina: Überwachungskameras ersetzen Metalldetektoren am Tempelberg
Abbau der Metalldetektoren am Tempelberg in Jerusalem, Israel, 25.Juli 2017.
Um die Situation auf dem Tempelberg zu entschärfen, entschied das israelische Kabinett, die Metalldetektoren wieder abzubauen. Diese hatten zu einer Welle von Protesten geführt. Nun soll ein Überwachungssystem aus Kameras für Sicherheit sorgen.

Innerhalb der nächsten sechs Monate soll das System aus Überwachungskameras einsatzbereit sein und für Sicherheit auf dem Tempelberg in Jerusalem sorgen. Die israelische Firma FST Biometrics stellte die Technik bereit. Das Unternehmen leitet der ehemalige Leiter des Militärgeheimdienstes Aharon Ze'evi Farkash 

Das System benötigt eine Datenbasis an Bildern. Diese könnte die Polizei, der Inlandsgeheimdienst Shin Bet oder andere Regierungsorganisationen liefern, welche Bilder von Bürgern haben. Jedes Bild würde dann mit einer Risikoklassifizierung der einzelnen Person versehen werden. Millionen von Gesichtern können innerhalb von Sekunden erkannt werden. Selbst eine Vermummung schützt nicht vor der neuen Technik der Gesichtserkennung. 

Das Einlenken Israels in der Frage der Sicherheitskontrollen hat das Vertrauen auf der Gegenseite offenbar noch nicht wieder hergestellt.

Wenn die erkannte Person als ein Risiko eingestuft wird, so erhalten die Polizisten vor Ort eine Nachricht, um diese zu befragen. Die Polizei sieht hierin aber nicht die Möglichkeit, Situationen zu vermeiden, in denen Terroristen Attentate verüben. Der Testeinsatz der Kameras am Mughrabi Tor hatte gezeigt, dass nicht in allen Fällen Warnungen an die Polizisten übermittelt wurden. Menschen ohne kriminelle oder terroristische Geschichte würden durch das Raster der Überwachungskameras fallen und so eine unerkannte Gefahr bleiben. 

Die Spannungen nehmen seit den Vorfällen am 14. Juli am Tempelberg zu, bei denen zwei israelische Polizisten getötet wurden. Seitdem hat die israelische Regierung die Sicherheitsmaßnahmen vor Ort verschärft und den Zugang zur Al-Aksa Moschee sowie der Ost-Jerusalemer Altstadt stark eingeschränkt. Dort leben viele Palästinenser. Auch der Abbau von Metalldetektoren an den Eingängen zum Tempelberg, wie von palästinensischer Seite gefordert, konnte die Situation nicht entschärfen.