USA verlieren: Iran könnte mit neuem Militärabkommen irakischen Sicherheitssektor übernehmen

USA verlieren: Iran könnte mit neuem Militärabkommen irakischen Sicherheitssektor übernehmen
Der Iran und der Irak haben sich auf ein Abkommen zur Stärkung der Militärkooperation geeinigt. Der Fokus der Zusammenarbeit liegt auf der „Terror- und Extremismusbekämpfung“, schreiben iranische Medien. RT Deutsch sprach mit dem irakischen Journalisten Methaq al-Fayyadh über die Konsequenzen für die USA.

von Ali Özkök

Die Absichtserklärung für eine Verteidigungskooperation wurde am Sonntag unterzeichnet. Der irakische Verteidigungsminister Generalmajor Irfan al-Hiyali und sein iranischer Amtskollege Brigadegeneral Hussein Dehqan vertraten ihre Länder bei der Unterzeichnung.

Ein iranischer Geistlich wartet auf den Demonstrationszug während des diesjährigen Al-Quds-Tages in Teheran.

Eine Delegation von hochrangigen irakischen Militärbeamten reiste zu diesem Zweck in Teheran an.

„Der Ausbau der Zusammenarbeit und des Erfahrungsaustausches in den Bereichen Anti-Terrorkampf und Extremismus, Grenzsicherheit, Ausbildung, Logistik, technische und militärische Unterstützung wurden in die Absichtserklärung aufgenommen“, erklärte die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA.

Der irakische Jouranist Methaq al-Fayyadh, der regelmäßig die Front gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ besucht, bestätigte im Gespräch mit RT Deutsch, dass es sich dabei um ein umfassendes Militärabkommen handelt. Er sagte:

Die Absichtserklärung ist weit größer, als dass es sich nur auf die 'Volksmobilmachung' fokussiert. Es geht dabei um einen echten militärischen Know-How-Transfer an den Irak.“

Der irakische Verteidigungsminister dankte dem Iran für seine Unterstützung bei der Bekämpfung der Terrormiliz „Islamischer Staat“. Irfan al-Hiyali sagte, dass die irakische Armee auf alle „Aggressionen und die Besetzung ihres Territoriums reagieren sowie die Aufteilung des Landes nicht zulassen wird“.

Mit Blick auf die iranische Hilfe lobte al-Hiyali die entscheidende Rolle der pro-iranischen Schiiten-Miliz „Volksmobilmachung“ (Arabisch: „Haschd Schaabi“) bei der Rückeroberung der nordirakischen Stadt Mossul. Der Minister sagte, es „ist niemandem erlaubt, die Volksmobilmachung aufzulösen. Sie entspricht dem irakischen Recht“.

Russland will die zweitstärkste Seestreitmacht der Welt aufbauen. Dies geht aus der neuen russischen Marinedoktrin hervor.

Seine Bemerkungen spiegeln die Aussagen des irakischen Vizepräsidenten Nuri al-Maliki wieder, die er in einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti vergangene Woche traf.

„Der größte Dank beim Sieg in Mossul geht an die irakischen Soldaten, die Volksmobilmachung und die irakische Luftwaffe“, betonte al-Maliki, der während seiner Zeit als Premierminister bis 2014 als schiitischer Hardliner in der Kritik stand.

Al-Maliki fügte hinzu, dass er „den US-Amerikanern, die den Sieg in Mossul für sich beanspruchen, verweigert“. Seiner Meinung nach wollen die USA die Möglichkeit nutzen, um wieder Militärbasen auf irakischem Boden zu bauen. Washingtons Ziel sei es, den eigenen Einfluss in der Region abzusichern.

„Die irakische Gesellschaft ist gegen ausländische Militärbasen auf irakischem Boden“, sagte Maliki. Er warnte bereits die USA, „zurück in den Irak zu kommen und Basen zu bauen“.

Methaq al-Fayyadh merkte gegenüber RT Deutsch an, dass sich ein neues Spannungsverhältnis zwischen der schiitischen Zentralregierung in Bagdad und den USA entwickelt. Auf die Frage von RT Detusch, ob Iran über die verbündete Miliz „Volksmobilmachung“ langsam, aber sicher beginnen könnte, den Sicherheitssektor des Iraks von den USA zu übernehmen, antwortete der irakische Journalist:

Sicherlich. Iran unterhält enge Beziehungen mit den Führern der Volksmobilmachung. Das löst bei den USA und anderen arabischen Staaten große Ängste aus.“

Mit Blick auf die regionale Einordnung des wachsenden Einflusses des Irans im Irak, in Syrien und dem Libanon sagte Methaq al-Fayyadh:

Iran beabsichtigt, die saudi-geführte Allianz im Nahen Osten zu konfrontieren, die von den USA unterstützt wird.“

An der Grenze zu Syrien hat Israel in dem von ihm kontrollierten Teil der Golanhöhen mobile Artillerie aufgefahren. Wiederholt nahm die israelische Armee in der Vergangenheit von dort aus Stellungen der syrischen Armee unter Beschuss, in denen man Aktivitäten der Hisbollah vermutete.

Nach der Rückeroberung Mossuls vom „Islamischen Staat“ Anfang Juli äußerten US-Militärbeamte die Idee, wieder Soldaten im Irak zu stationieren. Die Soldaten sollen auch bleiben, wenn die Terrorgruppe völlig zerschlagen worden ist.

Der oberste US-Kommandeur im Irak, General Stephen Townsend, behauptete:

Die irakische Regierung äußerte ihr Interesse an der Stationierung von US-Soldaten und Koalitionstruppen nach der Besiegung des IS. Unsere Regierung ist gleichermaßen daran interessiert.“

Das Verteidigungsabkommen des Iraks mit dem Iran könnte auf Kritik in Washington stoßen. Mit der Präsidentschaft von Donald Trump haben sich die Beziehungen zwischen den USA und dem Iran verschlechtert.

Unter der Präsidentschaft von Barack Obama waren die Beziehungen zwischen Teheran und Washington deutlich wärmer. Obama setzte sich für den Abschluss des iranischen Atomabkommens und der Auflösung internationaler Sanktionen ein.

Der neue US-Präsident Donald Trump beschrieb das Atomabkommen als „schlechtestes Abkommen aller Zeiten“. Er gelobte, das Abkommen zu beenden. Iran sei „ein Staat, der den Terrorismus finanziert“. Inzwischen verhängten die USA neue Sanktionen gegen Teheran.

 

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