Proteste in Jerusalem: Mutmaßlich zwei Palästinenser bei Zusammenstöße getötet

Proteste in Jerusalem: Mutmaßlich zwei Palästinenser bei Zusammenstöße getötet
Israelische Sicherheitskräfte haben interveniert, als sich Palästinenser nach dem Freitagsgebet vor der al-Aksa Moschee zum Protest versammelten. Dabei wurden mindenstens 190 Menschen verletzt und zwei Palästinenser getötet.

Tausende israelische Polizisten intervenierte gegen protestierende Palästinenser. Die Sicherheitskräfte griffen auf Gummigeschosse und Tränengas zurück. Die Lage in Jerusalem spitzt sich zu.

Um die Demonstrationen der Palästinenser in Jerusalem zu isolieren, wurden Busse aus der Westbank an Kontrollpunkten gestoppt.

Die israelische Polizei zog die Sicherheitsmaßnahmen rund um die al-Aksa Moschee in den vergangenen Tagen deutlich an. Dort finden heute heftige Auseinandersetzungen zwischen palästinensischen Zivilisten und israelischen Sicherheitskräften statt. Zahlreiche Menschen wurden verletzt. Israelische Medien schätzen, dass die Zahl der Verletzten mittlerweile bei 190 liegt.

Das Nachrichtenportal Jerusalem Post schreibt, dass mutmaßlich zwei Palästinenser durch die Zusammenstöße ums Leben kamen.

Das palästinensische Gesundheitsministerium bestätigte, dass ein 18-jähriger Palästinenser Muhammed Mahmud Scharf aus Silwan von einem israelischen Zivilisten getötet wurde. Der Zwischenfall ereignete sich in Ras el-Amud, einer Nachbarschaft im östlichen Teil der Stadt. Ein Siedler, der hinter dem Angriff steht, wurde bislang nicht identifiziert, berichten die Times of Israel.

Junge Palästinenser werfen Steine auf die israelische Polizei, schreiben Medien. Manche Protestanten hätten auch laut der Jerusalem Post Molotow-Cocktails geworfen.

Die Stellungnahme des Pressesprechers der israelischen Polizei erklärte, dass Sicherheitskräfte gegen „Steine werfende Palästinenser“ in der Salahaddin Straße und Ras el-Amud vorgingen.

Die Proteste in Jerusalem begannen am vergangenen Sonntag. Zuvor rief die religiöse Führung der al-Aksa Moschee Palästinenser auf, die neuen Metalldetektoren zu boykottieren, die von israelischen Sicherheitskräften an den Eingängen des al-Aksa-Komplexes aufgestellt wurden. Die israelische Seite verteidigt die Maßnahme mit einer Schießerei auf dem Tempelberg am 14. Juli. Dabei starben zwei israelische Polizisten.