Gedenken an Putschversuch: Erdoğan würde Todesstrafe und Friedensnobelpreis begrüßen [VIDEO]

Gedenken an Putschversuch: Erdoğan würde Todesstrafe und Friedensnobelpreis begrüßen  [VIDEO]
Der türkische Präsident bei einer Kundgebung in Istanbul am Samstag anlässlich des Putschversuches vor einem Jahr
In der Türkei ist am Samstag mit verschiedenen Gedenkveranstaltungen an den Putschversuch vor einem Jahr erinnert worden. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan warnte in Istanbul mit scharfen Drohungen vor zukünftigen Putschversuchen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sprach am Samstag zu Zehntausenden bei einer Kundgebung in Istanbul anlässlich des Jahrestages des versuchten Putsches am 15. Juli 2016. Er warnte vor zukünftigen Putschversuchen und drohte: "Wir werden diesen Verrätern die Köpfe abschneiden."

Der Präsident sagte auch, er würde "sofort einen Gesetzentwurf unterzeichnen, der die Todesstrafe wieder einführt, wenn das Parlament dies vorschlägt".

Am Freitag sagte er, die Menschenrechtslage im Land übertreffe EU-Standards. Die Reaktion auf den Putschversuch sei so verhältnismäßig gewesen, dass man "unserem Land den Friedensnobelpreis geben" müsste.

Als Negativbeispiel führte Erdogan den jüngsten G20-Gipfel an:

Beim G20-Gipfel in Hamburg haben wir ihren Zustand ja gesehen. Eine Blamage! Eine Blamage! Alles wurde niedergebrannt und verwüstet.

Denkmäler für Opfer des Putsches

Erdoğan enthüllte ein "Märtyrer-Denkmal" an der Brücke über den Bosporus, die in "Brücke der Märtyrer vom 15. Juli" umbenannt wurde.

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Erdoğan nahm auch am "Marsch der Nationalen Einheit" in Istanbul teil. Während des Putsches waren die Brücken über den Bosporus von Panzern und Soldaten besetzt worden. Nach einem im Fernsehen verbreiteten Aufruf von Erdoğan an die türkischen Bürger, sich gegen den Putsch aufzulehnen, gingen Tausende auf die Straße und marschierten zu den vom Militär besetzten Brücken, wo es zu Zusammenstößen kam. Alleine bei den Brücken sind laut offiziellen Angaben 30 Menschen zu Tode gekommen.

Der türkische Präsident enthüllte ein Denkmal vor dem Präsidentenpalast in Ankara, um der Opfer des Putschversuches zu gedenken.

Das gut 31 Meter hohe Denkmal trägt die in Stein gemeißelten Namen sowie die Gesichter der 249 Menschen, die bei den Kämpfen umgekommen sind. Es ist gekrönt von sieben menschlichen Figuren, die den Halbmond und den Stern, die Symbole der türkischen Flagge, auf ihren Schultern tragen.

Beim Kampf gegen den Putsch vor einem Jahr starben 249 Menschen, weitere 2.196 wurden verwundet.

Auch bei den Gedenkveranstaltungen kam es zu Verletzten, nachdem eine Kameradrohne abgestürzt war:

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