Persönliches Motiv: Schwiegersohn soll US-Präsidenten zu harter Linie gegen Katar gedrängt haben

Persönliches Motiv: Schwiegersohn soll US-Präsidenten zu harter Linie gegen Katar gedrängt haben
Steht diese Immobilie mit der Hausnummer 666 im Zusammenhang mit der Katar-Krise? Darüber spekulieren derzeit nicht nur US-Medien.
Es geht um eine milliardenschwere Immobilie und um mögliche Interessenskonflikte zwischen dem US-Präsidenten und den Geschäften seiner Familie. Jared Kushner soll seinen Schwiegervater Donald Trump dazu gedrängt haben, eine harte Linie gegen Katar zu fahren - weil er einen Kredit nicht erhielt.

Die ohnehin komplexe Katar-Krise könnte um eine Facette reicher sein. Der Schwiegersohn des US-Präsidenten, Jared Kushner, soll einen ursprünglich zugesagten Kredit von einem der reichsten Männer Katars in Höhe von 500 Millionen US-Dollar nicht erhalten haben, bevor er Donald Trump dazu drängte, eine harte Linie gegen das Emirat zu fahren.

Hintergrund ist eine milliardenschwere Immobilie in der New Yorker Fifth Avenue mit der symbolträchtigen Hausnummer 666, die Kushner erwerben wollte. Laut eines am Montag veröffentlichten Artikels des Onlinemagazins The Intercept habe der katarische Milliardär Scheich Hamad bin Abdullah Al-Thani ihm einen Kredit in Höhe von 500 Millionen US-Dollar zugesagt, falls Kushner den fehlenden Betrag zum Erwerb der Immobilie aufbringe. Als Mitglied der königlichen Familie war Al-Thani einst Premier- und Außenminister seines Heimatlandes.

Alle Wege führen zum Kreml: US-Präsident Obama hatte Russland noch attestiert, nur eine Regionalmacht zu sein. Laut US-Geheimdiensten gibt es inzwischen jedoch kaum noch ein Weltgeschehen, das nicht insgeheim von Moskau dirigiert wird.

Wie bereits Mitte März bekannt geworden war, trat der Ehemann von Ivanka Trump zu diesem Zweck in Verhandlungen mit einem chinesischen Versicherungsunternehmen, das aber wegen eines möglichen Interessenkonfliktes von seiner Kreditzusage letztlich Abstand nahm.

Daraufhin sprang auch der ehemalige Premierminister und katarische Scheich ab. Das ganze Unternehmen endete für Kushner in einem Fiasko. Kurz darauf brach die Katar-Krise aus, in der US-Außenminister Rex Tillerson zunächst zu vermitteln versuchte. Doch Donald Trump positionierte sich auf Seiten der Gegner Katars und brüstete sich gar damit, die Blockade des Emirats selbst in die Wege geleitet zu haben.

„Die Position des Präsidenten kam für Tillerson überraschend, und Quellen sagen, er habe Kushner im Verdacht, dahinter zu stecken“, heißt es in einem Artikel des britischen Independent vom Dienstag.  

Laut einer ihm nahestehenden Quelle sei der Außenminister davon überzeugt, dass einige der Bemerkungen Trumps vom Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate, Yousef Al Otaiba, verfasst wurden, berichtete The American Conservative. Der Botschafter sei ein enger Freund Kushners. Die Emirate haben neben Saudi-Arabien, Bahrain und Ägypten sämtliche diplomatische Kontakte zu Katar abgebrochen. „Otaiba schaltete sich bei Kushner ein und der schaltete sich bei Trump ein“, zitiert das US-Magazin die Quelle, die hinzufügte: „Was für ein Schlamassel“. 

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