US-Luftwaffengeneral: In Juni drei Anfragen zum Abschuss syrischer Militärjets

US-Luftwaffengeneral: In Juni drei Anfragen zum Abschuss syrischer Militärjets
US-Amerikanischer Zerstörer F22.
US-Militärpiloten fragten im Juni drei Mal um Erlaubnis, syrische Militärflugzeuge abzuschießen, teilte Luftwaffengeneral Charles Corcoran dem Portal Military.com mit. In seinem Interview gab er detaillierte Einblicke in den US-Einsatz im syrischen Luftraum.

Der Kommandant der 380. Luftdivision berief sich im Zusammenhang mit den Piloten-Anfragen auf das Recht auf Selbstverteidigung.

Wir versuchen, Spannungen zu reduzieren. Wir sind hier, um den IS zu bekämpfen, aber wir werden unsere Truppen auch gegen diejenigen verteidigen, die aufseiten des syrischen Regimes auftreten", sagte er im Interview mit dem Portal Military.com.

Wie RT berichtete, schoss die von der US angeführte Koalition für den Kampf gegen Daesh (IS) am 18. Juni in der Provinz Rakka ein Militärflugzeug des Typs Su-22 der syrischen Luftwaffe ab. Dieses habe zuvor "in der Nähe" von den USA unterstützter Einheiten der bewaffneten Opposition Bomben abgeworfen. Der Pilot konnte sich retten. Im Zuge zweier weiterer Vorfälle haben US-Truppen in Juni auch zwei Drohnen abgeschossen, eine syrische und eine iranische. 

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Corcoran schloss nicht aus, dass sich solche Vorfälle künftig noch häufiger ereignet werden, zumal das IS-Gebiet schrumpfen werde und die Militärkräfte der USA, der syrischen Regierung und Moskaus zunehmend in demselben Luftraum agieren.

Er teilte auch mit, dass in all jenen Fällen, als die Koalition die Schläge gegen die syrischen Luftstreitkräfte durchgeführt hatte, die "schutzlosen Luftkräfte" - also die Tank- und Transportflugzeuge - den Luftraum verließen, "aus Unwissenheit darüber, wie Syrien und Russland reagieren werden".

Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte nach dem Vorfall mit der abgeschossenen syrischen Su-22, dass die russischen Luftabwehr-Systeme in Syrien alle Objekte im Luftraum begleiten werden, die in jener Zone anzutreffen sind, in der die russischen Luftstreitkräfte ihre Operationen durchführen. Dies bestätigte auch der US-amerikanische General, indem er sagte, die russische Luftabwehr verfolge amerikanische Jets.

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Gleichzeitig sagte er, dass die Kontakte mit Moskau und Damaskus auf der Ebene der Militärspezialisten professionell und konstruktiv seien. Deswegen verspüren die Amerikaner auch trotz Luftabwehr keine Gefahr mit Blick auf Boden-Luft-Raketen vonseiten der Russen oder Syrer.

Surreale Position

Charles Corcoran ging auch auf die grundsätzlichen Ziele der US-Militäroperation im Irak und in Syrien ein. Er räumte ein, dass die Amerikaner in Syrien im Unterschied zum Irak ungebeten seien.  

In Syrien haben wir Kontrolle über Gebiete, in denen sich unsere Jungs befinden, aber wir haben dort keine Kontrolle über den Luftraum und das ist surreal", sagte Corcoran.

Trotzdem können die USA ihren Kampf gegen den IS nicht stoppen, denn "wir können es nicht den Syrern überlassen, ISIS loszuwerden, weil das nicht geklappt hat", so der US-General.

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Es wird eng in Syrien

Zuvor hat der russische Außenminister Sergej Lawrow konstatiert, dass es sehr viele Konfliktparteien und Kriegsteilnehmer auf dem Territorium Syriens gibt, darunter die Spezialeinheiten aus den Staaten der Region und des Westens sowie die Luftstreitkräfte der von der USA angeführten Koalition.

Es ist in der Tat sehr eng dort, sowohl am Boden als auch im Luftraum", sagte er auf der Presse-Konferenz mit seinem französischen Kollegen Jean-Yves Le Drian am 20. Juni.

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