Vandalismus in Jerusalemer Synagoge: Hakenkreuze an den Wänden, Tora-Bücher verbrannt

Vandalismus in Jerusalemer Synagoge: Hakenkreuze an den Wänden, Tora-Bücher verbrannt
Bild der geschändeten Synagoge in Jerusalem, Israel.
Hakenkreuze, versuchte Brandstiftung an heiligen Schriften: Ein ultraorthodoxer Mann hat in Jerusalem eine Synagoge und deren Besitztümer beschädigt. Immer wieder werden Synagogen reformorientierter Juden zum Ziel von Vandalenakten.

Sicherheitskräfte nahmen einen Angehörigen der Haredim, einer ultraorthodoxen jüdische Gemeinschaft, fest, nachdem es zu einem Brand in der Lelov-Synagoge im Stadtviertel Nachlaot von Jerusalem gekommen war. 

Die Polizei schrieb auf Twitter: 

Hakenkreuze wurden an die Wände der Synagoge gesprüht. Es gab auch Versuche, Bücher zu verbrennen. 

Die Jerusalem Post berichtete, dass unbekannte Täter versucht hatten, drei Tora-Bücher in Brand zu stecken. Der oberste Rabbiner Israels, David Lau, beschrieb die Geschehnisse als "unbegreiflich":

Es ist unbegreiflich, dass Betende im Herzen der heiligen Stadt in die Synagoge kommen und etwas so Grauenhaftes entdecken.

Die Polizisten fanden auch die Eingänge zweier Wohngebäude mit Hakenkreuzen beschmiert. Nachforschungen ergaben, dass dahinter die gleichen Täter steckten. 

Der im Zusammenhang mit dem Brand der Synagoge verhaftete Mann gilt als geistig verwirrt. Er gehört zu einer Gruppe Gläubiger, die jede Form von säkularer Lebensart ablehnen. Das Nachrichtenportal Arutz Sheva zitierte den israelischen Innenminister Arie Deri wie folgt:

Ich bin entsetzt, von den verstörenden Vandalenakten zu erfahren, die in der Lelov-Studienhalle in Jerusalem verübt wurden. Dies ist ein ernstzunehmender Angriff gegen uns alle. Es ist schwer zu begreifen, dass ein so furchtbares Hassverbrechen gegen religiöse Juden wie dieses mitten im Herzen des Staates Israel geschehen kann. 

Es ist nicht das erste Mal, dass eine israelische Synagoge oder sonstige Gebetsstätte beschädigt wurde. Im April entdeckten Bewohner der Stadt Petach Tikwa Hakenkreuze, die in zwei Stadtteilen in der Nähe einer Synagoge und eines Marktes an Wände geschmiert waren. Im November des vergangenen Jahres kam es zu mutwilligen Beschädigungen einer Reform-Synagoge in der Stadt Ra'anana. In Graffitis waren zuvor Todesdrohungen gegen den liberalen Leiter der Synagoge zu lesen. 

In mehreren Fällen konnte die Polizei politische Extremisten oder verwirrte Einzeltäter aus ultraorthodoxen Gemeinden als mutmaßliche Täter ermitteln.