Nach US-Abschuss eines syrischen Kampfjets: Australien stellt Flüge in Syrien ein

Nach US-Abschuss eines syrischen Kampfjets: Australien stellt Flüge in Syrien ein
Symbolbild: Zwei australische FA-18 Hornets im Trainingsflug über Melbourne
Australien hat am Dienstag seine Luftoperationen in Syrien ausgesetzt. Anlass dafür ist der US-Abschuss eines syrischen Kampfflugzeugs am Sonntag. Russland hat unterdessen das Abkommen zur Koordinierung von Luftoperationen mit den USA über Syrien suspendiert.

Als Vorsichtsmaßnahme haben die australischen Streitkräfte ihre Angriffsoperationen in Syrien vorübergehend eingestellt, heißt es in einer Stellungnahme des australischen Verteidigungsministeriums.

Nach Meinung von Analysten und Experten, mit denen RT Deutsch exklusiv sprach, wollen die USA die Syrien-Friedensgespräche in Astana aus Gründen des Eigennutzes unterminieren und den militärischen Konflikt neu anheizen.

Die australische Armee beobachtet die Lage im Luftraum von Syrien genau. Sie wird zu gegebener Zeit eine Entscheidung über die Wiederaufnahme der Flüge in Syrien treffen", heißt es weiter aus Canberra. "Der Schutz der australischen Armee wird regelmäßig mit Blick auf eine Reihe von potenziellen Bedrohungen überprüft."

Russland erklärte am Montag, man wolle die anhaltenden Interventionen der USA in Syrien nicht länger dulden. Moskau kündigte ein Abkommen mit Washington auf, das die Koordination von Luftoperationen in Syrien vorsieht. Die russische Stellungnahme kam nur einen Tag, nachdem die US-Luftwaffe einen syrischen Kampfjet vom Typ Su-22 abgeschossen hatte. Die Maschine flog 40 Kilometer von Rakka entfernt einen Luftangriff gegen den so genannten Islamischen Staat.

Das US-Militär hatte den Kommunikationskanal mit Russland im Vorfeld des Luftangriffs am Sonntag nicht benutzt. Russische Kampfflugzeuge befanden sich zum gleichen Zeitpunkt ebenfalls auf Missionen im syrischen Luftraum, kritisierte das russische Verteidigungsministerium.

Mehr zum Thema - Syrien: Armee immer noch auf Suche nach abgeschossenem Piloten - "USA beschützen aktiv den IS"

Das Ministerium fügte hinzu, dass alle Flugzeuge der US-geführten Koalition im Bereich von Kampfmissionen in Syrien von russischen Streitkräften künftig als "Luftziele" behandelt würden.

Archivbild

Im Anschluss an die russische Erklärung versprach Washington, die Kommunikationswege zwischen den USA und den russischen Streitkräften offen zu halten, "um potenzielle Probleme zu bereinigen". Der Pressesprecher des Weißen Hauses betonte, dass sich die US-geführte Koalition jedoch das Recht zur "Selbstverteidigung" vorbehält.

Australien ist seit 2014 Mitglied der Koalition gegen die Terrormiliz IS. Die australische Armee beteiligte sich daran zunächst im Irak. Im September 2015 weitete die Regierung in Canberra ihr Engagement auf Syrien aus.

Die australische Armee stationierte bislang rund 600 Soldaten im Nahen Osten. Darunter befinden sich Kampf-, Warn- und Tankflugzeuge sowie Spezialeinheiten, die irakische Streitkräfte unterstützen.