Syrien: Armee immer noch auf Suche nach abgeschossenem Piloten - "USA beschützen aktiv den IS"

Syrien: Armee immer noch auf Suche nach abgeschossenem Piloten - "USA beschützen aktiv den IS"
In einem Gespräch mit RT hat der Cousin des Piloten der von US-Kräften abgeschossenen syrischen Su-22, Washington beschuldigt, einen Stellvertreterkrieg zu führen. Die Suche nach dem Abgeschossen dauert noch an. Eine britische Denkfabrik beschuldigt derweil die USA, "den IS aktiv zu beschützen".

Am Sonntag hat ein Kampfflugzeug der US-geführten Anti-IS-Koalition einen Su-22-Kampfjet der syrischen Luftwaffe nahe Rakka abgeschossen. RT ist es gelungen, mit Madschd Fahd zu sprechen, dem Cousin des bis dato noch vermissten Piloten. Dieser gab seiner Hoffnung Ausdruck, die Suchaktion der syrischen Truppen werde erfolgreich verlaufen, und erklärte, es sei "völlig falsch" von der Koalition gewesen, das Flugzeug abzuschießen.

Gegenüber RT sagte Fahd:

Da es noch keine Bestätigung gibt, kann ich bisher keine Informationen einschätzen, es heißt aber, syrische Truppen seien auf der Suche nach ihm und wir glauben, dass sie ihn finden werden.

Damaskus betont, der Pilot habe gerade einen Einsatz geflogen, um "IS-Terroristen zu zerstören", als ein US-Flugzeug am 18. Juni nahe Rakka den Su-22-Jet vom Himmel holte.

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Aus der US-geführten Koalition hieß es zur Rechtfertigung des Angriffs, das syrische Flugzeug habe von den Amerikanern unterstützte Bodentruppen bombardiert. Vonseiten der Gemeinsamen Task-Force der Operation Inherent Resolve hieß es in einer Erklärung:

Um 18.43 Uhr warf eine Su-22 des syrischen Regimes südlich von Tabkah in der Nähe von Kämpfern der SDF [Syrische Demokratische Kräfte] Bomben ab, und wurde im Einklang mit den Regeln für den Einsatz und die Selbstverteidigung der Kräfte der Koalitionspartner von einer US-amerikanischen F/A-18E Super Hornet abgeschossen.

Zu keiner Zeit Gefahr für US-unterstützte Milizen

Gegenüber RT gab Fahd an, die syrische Seite sage "definitiv die Wahrheit". Er fügte hinzu, dass es nach seiner Auffassung "völlig falsch von den Amerikanern war, diese Entscheidung zu treffen [das Flugzeug anzugreifen]". Fahd meint, die USA würden sich "nicht in einem klassischen Krieg mit der syrischen Armee und ihren Verbündeten" befinden, sondern es bevorzugen, einen Stellvertreterkrieg zu führen.

Die Kräfte, um die es geht, sind von den USA unterstützte lokale Milizen, die versuchen, die lange Zeit als Hauptstadt des so genannten Kalifats fungierende Stadt Rakka vom IS zu befreien. Alaa Ebrahim, ein Livereporter von RT, erklärte dazu:

Mehreren militärischen Quellen in der Region zufolge flog das Kampfflugzeug gerade im Rahmen einer Operation einen Angriff auf einen IS-Konvoi, und war in keiner Weise eine direkte oder indirekte Bedrohung für die US-unterstützte Miliz.

Think Tank: "USA beschützen den IS"

Ebrahim meint, die USA verfolgten mit Schritten wie diesen bestimmte Ziele:

Die USA versuchen, Grenzen zu ziehen und der syrischen Armee rote Linien zu ziehen, die diese nicht überschreiten dürfe.

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Auch Ammar Wakkaf, der Leiter des in Großbritannien ansässigen Think Tanks Gnosos, ist dieser Auffassung:

Dieses Vorgehen folgt einem Prinzip, die syrische Armee soll daran gehindert werden, die syrische Souveränität wiederherzustellen, gegen Rebellen, gegen Daesh [IS]. In gewisser Weise, haben die USA, noch vor etwa einem Jahr, in passiver Weise von IS-Truppen Gebrauch gemacht, um Druck auf die syrische Armee zu entfalten. Nun scheinen sie diese sogar aktiv zu beschützen, und das ist Wahnsinn.

Moskau hat den Angriff auf einen syrischen Kampfflieger verurteilt und von einem "Akt der Aggression" gesprochen, der "in direkter Weise das Völkerrecht bricht". Auch hat die russische Armee angekündigt, die Kooperation mit den USA auszusetzen, die im gemeinsamen Memorandum über die Flugsicherheit vereinbart worden war. Moskau zufolge haben die USA diesen Kanal nicht genutzt, um Russland von Aktionen der Koalition in Kenntnis zu setzen.