Syrien: Luftangriff der US-Koalition tötet 12 Zivilisten

Syrien: Luftangriff der US-Koalition tötet 12 Zivilisten
Archivbild
Bei einem Angriff der US-Koalition am Sonntag sind syrischen Medien zufolge 12 Zivilisten gestorben. Nur wenige Stunden zuvor hatte ein US-Jet ein syrisches Flugzeug abgeschossen. Die Zahl der völkerrechtswidrigen US-Bombardements in Syrien steigt laut Beobachtern rasant an.

Mindestens 12 Zivilisten starben während eines Angriffs der US-angeführten Koalition in Syrien. Dies berichtete die syrische Nachrichtenagentur SANA, die sich auf Augenzeugen beruft. Der Angriff soll sich in einem Dorf in der Nähe der syrisch-irakischen Grenze ereignet haben.

Russlands Verteidigungsministerium bestätigt Stationierung von US-Raketenwerfern in Syrien (Symbolbild)

Dem Bericht zufolge führte die von den Vereinigten Staaten angeführte Anti-IS-Koalition in der Nacht zum Montag eine Serie von Luftangriffen in der syrischen Provinz al-Hasaka durch. Während eines dieser Bombardements trafen die Kampfflugzeuge demnach auch das Dorf Tel Hayr an der syrisch-irakischen Grenze. Dabei starben 12 Zivilisten, die alle zur selben Familie gehörten, berichtete SANA.

UN-Kommission: Allein 200 tote Zivilisten in al-Mansoura

Letzte Woche gab die unabhängige UN-Kommission zur Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen in Syrien bekannt, dass seit März dieses Jahres allein in der Region Rakka mehr als 300 Zivilisten aufgrund von US-Luftangriffen gestorben sind.

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Wir haben nur die [Anzahl der] Toten aufgrund von Luftangriffen der Koalition dokumentiert und wir sind auf etwa 300 Tote, davon 200 an einem Ort gekommen, in al-Mansoura, einem Dorf", erklärte Karen Abuzayd, ein US-amerikanisches Mitglied der UN-Kommission.

Währenddessen teilten die UN mit, dass über 160.000 Zivilisten aus der Region fliehen mussten.

Kritiker haben der US-angeführten Koalition wiederholt vorgeworfen, zivile Ziele in Syrien angegriffen zu haben, hauptsächlich in den Provinzen Rakka und Deir ez-Zor. Dort führt die US-Koalition Luftangriffe durch, um die Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) zu unterstützen. Die SDF ist eine Koalition mehrerer arabischer und kurdischer Milizen, deren Rückgrat die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) sind.

Bei einem Vorfall starben Ende Mai mindestens 35 Zivilisten während eines Luftangriffs der Koalition in der Provinz Deir ez-Zor. Bomben von Kampfflugzeuge hatten demnach einen Markt und ein vierstöckiges Gebäude in der Stadt Mayadeen getroffen.

Menschenrechtsgruppen nennen höhere Zahlen als Pentagon

Anfang Juni musste das US-Verteidigungsministerium einräumen, dass "seit dem Beginn der Operation Inherent Resolve mindestens 484 Zivilisten unbeabsichtigt durch Angriffe der Koalition getötet worden sind". Die genannte Zahl erstrecke sich sowohl auf den Irak als auch auf Syrien.

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Allerdings ist die offizielle Zahl deutlich geringer als Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen und Überwachungsgruppen, die seit Mai eine Zunahme der US-Angriffe in Syrien beobachten.

Die mutmaßliche Zahl ziviler Todesopfer durch Koalitionsluftangriffe in Syrien stieg im Mai um 30 Prozent. Unterdessen sind internationale Organisationen und Menschenrechtsgruppen angesichts der steigenden Opferzahl zunehmend beunruhigt. Während des Monats [Mai] verfolgten Rechercheure von Airwars 118 mutmaßliche Vorfälle, bei denen Koalitionsangriffe zu zivilen Opfern geführt haben,

erklärte das von Journalisten geführte Transparenzprojekt Airwars in der Vorwoche.  

Nur wenige Stunden vor dem US-Angriff in al-Hasaka hatte ein US-Kampfflugzeug einen syrischen Jet im Luftraum von Rakka abgeschossen.

Moskau verurteilte den Angriff der US-Koalition auf das Kampfflugzeug der syrischen Regierung als Akt der Aggression und warf Washington vor, Terroristen zu unterstützen.

Das russische Verteidigungsministerium stellte auch den Informationsaustausch mit den Vereinigten Staaten ein, der verhindern soll, dass russische und US-Kampfjets im syrischen Luftraum aufeinanderstoßen.

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