Golanhöhen: Israelische Spezialeinheit unterstützt diverse syrische Rebellen-Milizen

Golanhöhen: Israelische Spezialeinheit unterstützt diverse syrische Rebellen-Milizen
Israel unterstützt seit Jahren heimlich Rebellen auf den Golanhöhen. Jerusalem soll ein Netz aus Milizen aufgebaut haben, die im Stile einer Pufferzone den IS und vor allem pro-iranische Kräfte auf Distanz halten sollen. Dies ergaben Recherchen des Wall Street Journal.

Die Unterstützung sei substanziell und direkt, geht aus dem Report hervor. Die israelischen Hilfen umfassten demnach finanzielle Mittel, Lebensmittel, Benzin- und Medizinlieferungen. Die Unterstützung sei so umfassend, dass zahlreiche Milizen und zivile Siedlungen auf den Golanhöhen von der israelischen Hilfe regelrecht abhängig wären, heißt es.

Iranische Raketen werden zu Ehren der 37. Jubiläums der Iranischen Revolution in Teheran präsentiert, Iran, 11. Februar 2016.

Das Wall Street Journal beruft sich in seinem Bericht auf "ein halbes Dutzend Rebellen und drei Persönlichkeiten, die mit Israels Angelegenheiten vertraut sind". Ihren Angaben zufolge begann Israel heimlich ab 2013, mit syrischen Rebellen zusammenzuarbeiten.

Spezialeinheit soll Kooperation überwachen

Der ehemalige Verteidigungsminister Mosche Yaalon beaufsichtigte die Kooperation, die bis heute bestehe. Die Rebellen sollen neben dem IS auch pro-iranische Gruppen wie die libanesische Hisbollah von der israelischen Grenze fernhalten.

Quellen, die namentlich nicht genannt werden wollten, sagten dem Wall Street Journal, dass eine Spezialeinheit innerhalb der israelischen Armee gegründet worden sei, um die Hilfsoperationen in Syrien zu überwachen.

Syrische Kämpfer informierten das Nachrichtenmagazin, dass die Rebellengruppe Fursan el-Dschulan, zu Deutsch: "Kämpfer der Golanhöhen", zu den bedeutendsten Gruppen gehöre, die sich mit Israel koordinieren. Das Wall Street Journal schrieb, dass die Gruppe im Monat rund 5.000 US-Dollar von Israel erhält. Die Rebelleneinheit soll von keiner westlichen Nation Unterstützung erhalten und ist auch nicht Teil der Freien Syrischen Armee.

FSA-Kämpfer in al Tanf-Region, die von den USA unterstützt werden, bei einer Lagebesprechung. Bildquelle: Adi Smajic

Israel stand heroisch an unserer Seite", sagte der Pressesprecher von Fursan el-Dschulan, Muatasim el-Dschulani, gegenüber Wall Street Journal. "Wir würden nicht überleben können ohne Israels Hilfe."

El-Dschulani sagte, dass die Zusammenarbeit begann, als verwundete Kämpfer der Gruppe an die israelische Grenze kamen. Sie baten israelische Soldaten, die Arabisch sprechen, um Hilfe. Die Verwundeten wurden in Israel verarztet, beide Seiten hätten daraufhin einen ein geheimen Kanal eingerichtet.

Bislang nur von humanitärer Hilfe die Rede

Fursan el-Dschulan hat nach eigenen Angaben 400 Kämpfer und unterhält eine lose Allianz mit vier anderen Rebellengruppen an der israelischen Grenze. Auch diese soll Jerusalem unterstützen. 

Israelische Nachrichtenportale haben seit Beginn des Krieges in Syrien mehrfach darüber berichtet, dass fallweise Zivilisten und zum Teil auch Milizionäre, die auf syrischem Territorium durch Kriegshandlungen verletzt wurden, in israelischen Einrichtungen behandelt worden seien. Dabei betonten die Medien allerdings den humanitären Zweck. Bezüglich einer Kooperation mit Milizen blieb man eher wortkarg.  

Seit dem Ende des Sechs-Tage-Krieges 1967 kontrolliert Israels Armee große Teile der Golanhöhen. Syrien, das seit sich dieser Zeit immer noch offiziell im Kriegszustand mit Israel befindet, fordert die Rückgabe des strategisch bedeutsamen Hügelzuges.

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