Wegen Trumps Saudi-Allianz? US-Botschafterin zu Katar kündigt Posten

Wegen Trumps Saudi-Allianz? US-Botschafterin zu Katar kündigt Posten
Die US-Botschafterin zu Katar hat am Dienstag ihren Posten in Doha geräumt. Unterdessen hat sich US-Präsident Donald Trump in der diplomatischen Krise mit Katar auf die Seite von Saudi-Arabiens gestellt.

„Diesen Monat beende ich meine drei Jahre als US-Botschafterin in Katar. Es war die größte Ehre meines Lebens und ich werde dieses großartige Land vermissen“, schrieb Botschafterin Dana Shell Smith auf dem Micro-Bloggingdienst Twitter.

Shell Smith teilte den Grund für ihre Entscheidung nicht mit. Es ist unbekannt, ob sie im diplomatischen Dienst verbleiben wird, und wer sie ersetzt. US-Medien versuchen unterdessen Gerüchte kleinzureden, wonach ihr Weggang eine politische Komponente birgt. Es sei normal, dass Botschafter nach drei Jahren ihren Posten abgeben.

Die plötzliche Entscheidung löst angesichts der laufenden Katar-Krise im Golfkooperationsrat dennoch Fragen aus. Obwohl Katar als Verbündeter der USA gilt, hat sich die Regierung von Donald Trump auf die Seite von Saudi-Arabien gestellt, das mit anderen arabischen Staaten zusammen Katar seit Tagen politisch und wirtschaftlich im Persischen Golf isoliert. US-Medienberichten zufolge kritisieren Beamte im diplomatischen Dienst diese Entscheidung. Diese rufen zum Dialog auf, um die Krise zu lösen.

Während Trump und Saudi-Arabien dem kleinen Land Katar unterstellen, den Terror zu unterstützen, betonte Dana Shell Smith regelmäßig, dass Katar ein starker Partner im Kampf gegen die Finanzierung von Terrorismus sei.

Shell Smith wurde im Jahr 2014 von Präsident Barack Obama zur Botschafterin in Doha ernannt. Noch vergangenen Monat zeigte die Botschafterin zu Katar ihre Unzufriedenheit über die politischen Ereignisse mit einem Tweet. Dort kritisierte sie mit deutlichen Worten die Entlassung von FBI-Direktor James Comey, der gegen Trump ermittelte.

Auf Twitter sagte Shell Smith:

Es wird zunehmend schwierig, in Übersee wegen Nachrichten aus der Heimat aufzuwachen, wissend, dass ich den Tag damit verbringen werde, unsere Demokratie und Institutionen zu erklären.“

Im katarischen al-Udeid unterhalten die USA ihre größte nahöstliche Militärbasis. Washington stationierte 10.000 Soldaten auf der Halbinsel.

 

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