Krise in Katar: Außenminister sieht keine Basis für diplomatische Lösung

Krise in Katar: Außenminister sieht keine Basis für diplomatische Lösung
Der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein katarischer Amtskollege Scheich Mohammed bin Abdulrahman bin Jassim Al-Thani in Moskau, Russland, 15. April 2017.
Katar wartet auf konkrete Forderungen Saudi-Arabiens, um einen Ausweg aus der diplomatischen Krise zu finden. Der Iran liefert inzwischen Lebensmittel, um den Bedarf der Kataris in der Isolation durch ein saudisch geführtes Staatenbündnis decken zu können.

Der Außenminister Katars, Mohammad Al Thani, gab am Montag bekannt, dass sein Land noch immer auf eine Bekanntgabe konkreter Forderungen Saudi-Arabiens warte, das sein Land der Terrorunterstützung beschuldige und es isoliere. 

Katar konzentriere sich derweil darauf, die Bedürfnisse der Menschen zu decken. Die schwerste diplomatische Krise unserer Zeit in der Region geht mittlerweile in ihre zweite Woche. 

Während Saudi-Arabien alle Staatsbürger Katars aufrief, das Land zu verlassen, dürfen Bürger der boykottierenden Länder weiterhin in Katar verweilen. Die Krise trifft auch viele gemischte Familien. Die Koalition gegen Katar will, dass sich das Land vom Iran abwendet. Donald Trump hatte sich als Vermittler in der Krise angeboten, sich aber gleichzeitig auch auf die Seite Saudi-Arabiens gestellt.

Katar streitet jede Art von Terrorfinanzierung ab und beschuldigt im Gegenzug die Saudis, selbst eine solche zu betreiben. Für Katar stellt der diplomatische Boykott einen Angriff auf die Souveränität dar. Das Land ist der größte Flüssigerdgas-Exporteur der Region.

Der Finanzminister Katars, Ali Sharif Al Emadi, wies alle Spekulationen über mögliche nachteilige Auswirkungen des Boykotts auf die Wirtschaft in Katar von sich. Sein Land habe vorgesorgt und alleine schon die Anteile des katarischen Staatsfonds an Konzernen wie Glencore Plc und Barclays Plc würden das Überleben des Staates und der Bürger sichern:

Unsere Reserven und Investmentfonds liegen bei mehr als 250 Prozent unseres Bruttoinlandsprodukts. Ich denke nicht, dass es irgendeinen Grund gibt, weshalb Leute besorgt sein oder darüber spekulieren sollten, was mit dem katarischen Riyal passiert. 

Die Banken Katars sehen sich imstande, einen Abzug saudischer Einlagen zu überstehen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete die Situation in Katar dennoch als besorgniserregend und versicherte, dass Russland den Dialog mit Katar zu allen Themen fortsetzen werde, die von beiderseitigem Interesse seien. Auch sein deutscher Amtskollege Sigmar Gabriel bekundete sein Interesse an einer baldigen friedlichen Lösung. 

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