Konflikt um Katar: Donald Trump schlägt sich auf die Seite Saudi-Arabiens

Konflikt um Katar: Donald Trump schlägt sich auf die Seite Saudi-Arabiens
US-Präsident Donald Trump hat sich im Konflikt um Katar am Dienstag eindeutig auf die Seite Saudi-Arabiens geschlagen. Tags zuvor hatte Washington noch erklärt, in dem Streit vermitteln zu wollen.
US-Präsident Donald Trump hat sich im Konflikt um Katar eindeutig auf die Seite Saudi-Arabiens und seiner Verbündeten geschlagen. Zuvor hatte sich Washington noch als Vermittler angeboten. Dem Golfemirat wird vorgeworfen, Terroristen zu unterstützen.

Die Isolation Katars führte der US-Präsident am Dienstag in einer Reihe von Twitternachrichten auf seine Reise in den Nahen Osten zurück. Schon dort hätten beim Thema Terrorfinanzierung alle Hinweise auf Katar gedeutet. „Vielleicht wird das der Anfang vom Ende des Terrorhorrors sein“, schrieb er weiter.

Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Ägypten und der Jemen hatten am Montag alle diplomatischen Kontakte zu Katar abgebrochen. Die Nachbarländer schlossen auch die Grenzen. Zugleich stellten sie den Flugverkehr nach Katar ein. Damit ist das Golf-Emirat, in dem 2022 die Fußball-WM ausgetragen werden soll, weitgehend isoliert.

Die arabischen Staaten beschuldigen Katar, Terrororganisationen wie den „Islamischen Staat“ (IS) zu unterstützen. Gleichzeitig stoßen sie sich an den angeblich guten Beziehungen Katars zum schiitischen Iran. Das sunnitische Königreich Saudi-Arabien sieht in Teheran einen Erzrivalen in der Region.

Trump hatte die Golf-Staaten im Mai bei einem Gipfel in Riad auf einen Pakt gegen den Terror eingeschworen. Zugleich kritisierte er den Iran scharf. An dem Treffen in Saudi-Arabien nahm auch Katars Emir Tamim bin Hamid Al Thani teil. Trump lobte bei einem Gespräch mit ihm damals, die Beziehungen zu Katar seien „extrem gut“. Mit dem Scheich wollte er vor allem über Waffengeschäfte reden.

Straßenszene aus Doha, Katar, 31. August 2016.

Washington hatte sich zunächst als Vermittler in dem Konflikt angeboten. Trump wolle mit allen Beteiligten sprechen, um die Lage zu beruhigen, teilte das Weiße Haus mit. Die USA sind mit allen Konfliktparteien eng verbündet. In Katar befindet sich der größte US-Militärstützpunkt in der Region. Auf der Luftwaffenbasis Al-Udeid sind mehr als 10.000 US-Soldaten stationiert.

Vor allem Kuwait bemüht sich nun um eine Schlichtung der Krise. Der kuwaitische Emir Sabah al-Ahmed al-Dschabir al-Sabah wurde am Dienstag in der saudischen Hauptstadt Riad erwartet, wie die staatliche kuwaitische Nachrichtenagentur Kuna meldete. Dort wollte er mit Saudi-Arabiens König Salman über die Spannungen reden.

Katars Außenminister Mohammed Bin Abdulrahman Al Thani sagte gegenüber dem katarischen Sender Al-Dschasira, sein Land lehne jede Bevormundung durch andere Golfstaaten ab. Er warf den anderen Ländern eine beispiellose Medienkampagne voller Lügen gegen Katar vor, kündigte jedoch zugleich an, die Lage nicht weiter eskalieren zu wollen.

(rt deutsch/dpa)

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