Diplomatische Krise mit Katar: Ansichten und Analysen

Diplomatische Krise mit Katar: Ansichten und Analysen
Donald Trump in der Zwickmühle im Streit zwischen Verbündeten, so sieht es zumindest die israelische Haaretz
Das Golfemirat Katar befindet sich gegenwärtig in einer schweren außenpolitischen Krise. Bahrain, Saudi-Arabien, der Jemen, Ägypten und die Vereinigten Arabischen Emirate erklärten den vollständigen Abbruch der Beziehungen zu dem energiereichen Staat.

Wie die israelische Haaretz berichtete, bringt das Vorgehen der Staaten um Saudi-Arabien den US-Präsidenten in Bedrängnis. So habe dessen Verteidigungsminister James ‚Mad Dog‘ Mattis erst kürzlich die US-Beziehungen zu Katar vor seiner Reise in den Nahen Osten gemeinsam mit Donald Trump gelobt.

Nun wird befürchtet, dass die Saudis ihre durch einen 350-Milliarden-Dollar-Deal neu gewonnene, noch engere Beziehung zu den USA nutzen werden, um sie zu drängen, Katar auf die Liste jener Staaten zu setzen, welche den Terror unterstützen. In diesem Fall müsste Donald Trump die größte US-Luftwaffenbasis im Nahen Osten, die sich gegenwärtig in Katar befindet, verlegen.

Der Streit brach aus, nachdem herausgekommen war, dass der Herrscher von Katar, Sheikh Tamim bin Hamad Al-Thani, sich angeblich gegen Feindlichkeiten gegenüber dem Iran ausgesprochen hatte sowie Terrorgruppen wie die Hamas, die Hisbollah und die Muslimbruderschaft als „Freiheitskämpfer“ bezeichnet habe.

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Die US-Außenpolitik könnte auf ungewohntes Terrain geraten, ins Kreuzfeuer der Streitigkeiten zwischen den Golfstaaten. So könnte eine Fokussierung ausschließlich auf den strategischen Partner die arabische Koalition gegen den Iran oder den Krieg gegen den Terror schwächen.

Die Frage lautet nun, wer zwischen Katar auf der einen Seite sowie Saudi-Arabien und den VAE auf der anderen vermitteln könnte. Kuwait unternahm diese Woche bereits einen Versuch, jedoch ohne sichtbaren Erfolg. Des Weiteren bleibt offen, zu welchen Konzessionen Katar bereit ist, um sich mit den Nachbarstaaten zu versöhnen. Einerseits will es dabei sein Gesicht wahren, andererseits erscheint laut Haaretz ein Abrücken vom Iran durch die gemeinsame Eigentümerschaft des größten Gasfeldes der Welt als unwahrscheinlich.