Russland wirft Kurdenmiliz Pakt mit IS vor - Syrische Armee erwartet neue Offensive auf Palmyra

Russland wirft Kurdenmiliz Pakt mit IS vor - Syrische Armee erwartet neue Offensive auf Palmyra
Kurdische YPG-Kämpfer neben einem US-Militärfahrzeug in der syrischen Stadt Darbasiya, 28. April 2017.
Die YPG sollen mit der Terrormiliz IS freies Geleit aus Rakka nach Palmyra vereinbart haben. Russische Kampfjets zerstörten bereits einen IS-Konvoi beim Versuch, dorthin zu fliehen. Der syrische Analyst Suliman Mulhem vermutet die USA hinter dem Abkommen.

von Ali Özkök

Die US-unterstützte Kurden-Miliz YPG hat dem Außenministerium der Russischen Föderation zufolge ein Abkommen mit der Terrormiliz Islamischer Staat geschlossen haben. Demnach soll der IS seine Waffen gegen die syrische Armee in Palmyra einsetzen, während die YPG freie Hand in Rakka erhält.

Russische Kampfjets reagierten und zerstörten einen IS-Militärkonvoi. Dieser hatte versucht, aus der von US-unterstützten Kurden-Milizen belagerten Stadt Rakka nach Palmyra zu fliehen.

Am Montagabend verließen insgesamt drei Konvois des IS Rakka in Richtung der antiken Oasenstadt, berichtete das russische Verteidigungsministerium am Donnerstag. In Palmyra operiert die syrische Armee gemeinsam mit russischer Unterstützung gegen den IS.

Bildquelle: Französisches Militär

Die Armee hatte Luftangriffe angefordert, nachdem Aufklärungseinheiten die untypischen Bewegungen des IS entdeckt hatten.

Die russische Luftwaffe tötete nach eigenen Angaben über 80 IS-Kämpfer und zerstörte 36 Fahrzeuge. Unter diesen befanden sich acht Treibstoffwagen und 17 Pickups mit aufmontierten Mörsern und großkalibrigen Maschinengewehren.

Die russische Task Force in Syrien hat gewarnt, dass alle Versuche des Islamischen Staates, Rakka über einen offenen Korridor in Richtung Palmyra zu entkommen, mit größter Härter begegnet wird", informierte das Militär.

Lawrow: Glaubwürdige Beweise und Daten

Russlands Außenminister Sergej Lawrow informierte bei einer Pressekonferenz am Mittwoch über Anhaltspunkte für eine Abmachung zwischen dem IS und der Kurdenmiliz. Er erklärte:

Laut den Informationen, die ich habe, weisen die [hauptsächlich von den kurdischen YPG getragenen] Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) zurück, eine Einigung mit dem IS zur Schaffung eines Korridors zwischen Rakka und Palmyra für den Abzug militärischer Kräfte getroffen zu haben. Aber unser Verteidigungsministerium bestätigt diese Information, die auf glaubwürdigen Beweisen und Daten basiert. Als diese Nachricht publik wurde, begannen IS-Terroristen, Truppen von Rakka nach Palmyra zu verlegen.

Die Daten, die durch zahlreiche unabhängige Kanäle bestätigt wurden, zeigen, dass Kommandeure der mehrheitlich kurdischen so genannten Demokratischen Kräfte Syriens und IS-Führer eine Einigung über die Öffnung eines sicheren südlichen Korridors getroffen haben, berichtete die Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf eine Quelle im russischen Verteidigungsministerium am 27. Mai.

Die Türkei betrachtet die enge Zusammenarbeit zwischen den USA und den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) als Akt der eklatanten Missachtung eines NATO-Partners.

Der Chef des Moskauer Außenministeriums fügte hinzu, Russland wird Kämpfer des so genannten Islamischen Staates bombardieren, "wo immer sie sind".

Die Situation in Rakka impliziert einen Mangel an Koordinierung zwischen beiden Seiten im Kampf gegen den Terror.

Syrischer Analyst: Kurden zerstören ihr gutes Verhältnis zu Assad und Russland

Man werde "warten und sehen, was die USA in Rakka machen werden", merkte der Top-Diplomat kritisch an.

RT Deutsch sprach im Zusammenhang mit den Aussagen Lawrows mit dem syrischen Politikanalysten und Sputnik-Kolumnisten Suliman Mulhem. Dieser bestätigte, dass Damaskus mit wachsamem Auge auf die Schritte der USA und ihres Ablegers SDF schauen wird. Der Analyst erklärte:

Der mutmaßliche Deal zwischen mehrheitlich kurdischen Kräften und der IS-Terrorgruppe ist definitiv Anlass zur Sorge. Es scheint, als ob sich die SDF mit dem IS darauf geeinigt hätte, diesem einen Korridor nach Palmyra in der Provinz Homs zu eröffnen, wo die syrische Armee operiert.

Mit Blick auf die Syrien-Politik der USA sagte Mulhem:

Es ist nicht verwunderlich, wenn die USA die Kurden dazu ermutigten, diese Vereinbarung zu akzeptieren. Ein solches Abkommen erlaubt es der US-gegründeten SDF-Miliz, Rakka leichter einzunehmen.

Es ist wahrscheinlich, dass "die Kurden auf diese Weise ihre relativ guten Beziehungen mit der syrischen Regierung und Russland beschädigen. Das macht den Krieg in Syrien noch schwieriger", fügte Mulhem hinzu.

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