Syrien: Regierungsarmee erzielt große Geländegewinne gegen „Islamischen Staat“

Syrien: Regierungsarmee erzielt große Geländegewinne gegen „Islamischen Staat“
In Homs feierten die Einwohner jüngst den Abzug der letzten Aufständischen aus der Stadt. Mit dem Vormarsch der syrischen Armee wächst die Hoffnung auf Befreiung auch unter den Menschen, die in den vom "Islamischen Staat" kontrollierten Gebieten leben.
Während sich die Schlinge um die IS-„Hauptstadt“ Rakka immer enger zieht, konnte die syrische Armee große Geländegewinne im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ erzielen. Derweil verurteilt Damaskus die hohe Zahl ziviler Opfer durch Luftschläge der US-Koalition.

Die von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) rücken immer näher an die sogenannte Hauptstadt des „Islamischen Staates“ (IS) heran. Die SDF haben Rakka bereits von drei Seiten eingeschlossen, nur vom Süden her ist die Stadt für den IS noch passierbar. Vor Tagen ist es den von kurdischen Kräften dominierten SDF gelungen, die Baath-Talsperre teilweise unter ihre Kontrolle zu bringen. Die komplette Eroberung des rund 22 Kilometer südlich von Rakka gelegenen Staudamms gilt als notwendige Vorbedingung, bevor der Sturmlauf auf die Stadt selbst beginnen kann. Eine am Wochenende erfolgte Gegenoffensive des IS nördlich von Rakka konnte von den SDF zurückgeschlagen werden.

Die US-Koalition unterstützt den Vormarsch der SDF mit Luftangriffen. Dabei soll es in den letzten Tagen zu einer hohen Anzahl ziviler Opfer gekommen sein. In einer am Freitag veröffentlichten Erklärung verurteilte der Hohe Kommissar für Menschenrechte der UN, Seid bin Ra’ad Seid Al-Hussein, die steigende Zahl ziviler Opfer und rief die in Syrien operierenden Luftstreitkräfte zu größerer Sorgfalt „bei der Unterscheidung zwischen legitimen militärischen Zielen und Zivilisten“ auf.   

„Die steigende Zahl toter und verletzter Zivilisten, die durch Luftschläge in Deir ez-Zor und Rakka verursacht wurde, deutet auf unzureichende Vorsichtsmaßnahmen bei den Angriffen hin“, so Al-Hussein.  

In einem Schreiben an die UN verurteilte das syrische Außenministerium ebenfalls die Angriffe der US-Koalition. Diese zielten auch auf zivile Einrichtungen und die Infrastruktur des Landes. Damit würden die USA und ihre Verbündeten „Chaos und Zerstörung“ verbreiten, was nur den Terroristen nütze, heißt es in dem von der syrischen Nachrichtenagentur SANA am Wochenende veröffentlichten Schreiben.  

Syrische Armee auf dem Vormarsch

Während sich die Schlinge um Rakka immer enger zieht, ist es der syrischen Armee in den letzten Tagen gelungen, dem IS große Gebiete zu entreißen. In der Provinz Aleppo konnte das Militär über ein Dutzend Dörfer befreien und die IS-Kämpfer nach Maskanah zurückdrängen. Die Stadt ist die letzte Bastion der Terrormiliz in der Provinz und das letzte größere Hindernis westlich des Euphrats, das einem Zusammenschluss der Armee mit den SDF im Wege steht.

Die größten Geländegewinne erzielten die Regierungstruppen in der Provinz Homs. Innerhalb von nur 48 Stunden konnte ein rund 3.000 Quadratkilometer umfassendes Gebiet zurückerobert werden, das jedoch nur spärlich besiedelt ist. Wichtige Verkehrswege und Kreuzungen wurden dabei eingenommen. Erstmals seit Jahren besteht damit wieder eine direkte Verbindung zwischen Damaskus und der Wüstenstadt Palmyra.

Fortschritte machte die Armee auch in Richtung jordanischer Grenze. Hierbei kam es zu Gefechten mit Einheiten der sogenannten Freien Syrischen Armee, die von Jordanien aus operieren und von den USA unterstützt werden. Vergeblich hatte die US-Koalition vor zehn Tagen mit einem Luftangriff versucht, den weiteren Vormarsch der syrischen Armee und ihrer Verbündeten in der Region aufzuhalten.

Strategisches Ziel der Offensive der syrischen Armee ist die Kontrolle der Grenze zu Jordanien und dem Irak. Behilflich sind ihr dabei die irakischen Volksmobilmachungseinheiten (PMU), die den IS westlich von Mossul zurückdrängen. Sie haben sich bereits rund 30 Kilometer der syrisch-irakischen Grenze genähert.  

Trends: # Krieg in Syrien
ForumVostok