Raketenbau unter der Erde: Iran kündigt Bau neuer Systeme an und ruft zur Mäßigung auf

Raketenbau unter der Erde: Iran kündigt Bau neuer Systeme an und ruft zur Mäßigung auf
Der Sepah-Kommandant Brigadegeneral Amir Ali Hadschizadeh an einem nicht identifizierten Militär-Objekt im Iran; vermutlich im Jahr 2011.
Nach einer Verschärfung der antiiranischen Rhetorik vonseiten der USA kündigt Iran weitere Schritte zur Stärkung seiner Raketensysteme an. Diese sollen den UN-Aktionsplan nicht verletzen. Gleichzeitig ruft Iran die USA und deren Verbündete zur Mäßigung auf.

Die Iranische Revolutionsgarde (Sepah) will die Raketenmacht des Landes weiter ausbauen. Zu diesem Zweck will Teheran weitere Raketen im mittlerweile bereits dritten unterirdischen Rüstungskomplex des Landes herstellen, wie der Sepah-Kommandant Brigadegeneral Amir Ali Hadschizadeh mitteilte.

Schritt für Schritt, Stufe für Stufe treiben wir unser Verteidigungspotenzial voran. In diesem Zusammenhang gebe ich bekannt, dass die Sepah in den letzten Monaten bereits das dritte Raketenwerk eingerichtet hat", zitiert die Agentur Fars Hadschizadeh.

Der wiedergewählte iranische Präsident Hassan Rouhani vor seiner Pressekonferenz in Teheran; Iran, 22. Mai 2017.

Die Herstellung von Raketen und deren Tests durch Teheran würden "die Feinde des Irans, nämlich die USA und Israel", die das iranische Volk in eine Position der Schwäche versetzen wollten, auch weiterhin beunruhigen und herausfordern.

Hadschizadeh kündigte zudem an, dass der Iran bald eine neue ballistische Boden-Boden-Rakete unter dem Namen Dezful entwickeln werde. Die Rakete werde nach einer Stadt im Südwesten des Landes benannt.

USA erweiterten Sanktionen bereits Anfang des Jahres

Ende Januar hatte der US-TV-Sender Fox News unter Verweis auf das Pentagon gemeldet, der Iran habe auf dem Übungsgelände in der Provinz Semnan eine ballistische Mittelstreckenrakete getestet, was auf eine große internationale Resonanz stieß.

US-Präsident Donald Trump hatte diesbezüglich erklärt:

Der Iran spielt mit dem Feuer.

Das US-Finanzministerium erweiterte als Reaktion auf die Tests die anti-iranischen Sanktionen, wobei zusätzlich 13 Personen und 12 Strukturen auf die Sanktionsliste gesetzt wurden. Betroffen seien solche, die in einer Beziehung zu Teherans Programm zur Entwicklung ballistischer Raketen stehen oder das Korps der Islamischen Revolutionsgarde auf irgendeine Weise unterstützen. 

US-Präsident Donald Trump steht vor der Air Force auf dem Weg von Saudi-Arabien nach Israel am King Khalid International Airport in Riad, 22. Mai 2017.

Iranische Amtsträger erklärten daraufhin, der Iran habe das Recht, seine Verteidigungsprogramme umzusetzen:

Die Raketenstarts stehen weder im Widerspruch zum gemeinsamen umfassenden Aktionsplan zur Vereinbarung über das iranische Atomprogramm noch zur Resolution 2231 des UN-Sicherheitsrates.

Außenministerium wittert "Iranophobie"

Am Montag, nachdem die USA und Saudi-Arabien Mega-Waffendeals vereinbart hatten, rief Teheran Washington dazu auf, Waffenverkäufe an Terroristen sowie die Politik der "Iranophobie" zu stoppen.

Wir sehen leider wegen der feindlichen und aggressiven Politik der US-Beamten eine neue Stärkung der Terrorgruppierungen in der Region und Fehlkalkulationen vonseiten jener Diktaturen, die diese Gruppierungen unterstützen", sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Bahram Quassemi.

Er rief Washington auf, seine "militaristische" Politik und die Einmischungen zu stoppen. 

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