IS testet Chemie-Waffen an lebenden Opfern – Einsatz angeblich in USA und EU geplant

IS testet Chemie-Waffen an lebenden Opfern – Einsatz angeblich in USA und EU geplant
Die einstige zentrale Universitätsbibliothek von Mosul
Dokumente, die bei der Rückeroberung der Universität Mossul entdeckt wurden, belegen großangelegte Versuche des “Islamischen Staates” (IS) mit Chemiewaffen an IS-Gefangenen. Die Dokumente wurden von britischen und US-Geheimdiensten verifiziert.

Irakische Spezialkräfte fanden die Dokumente in einem Versteck in der Universtät von Mossul, nachdem sie den Campus von IS-Dschihadisten erobert hatten. Die Unterlagen belegen, dass der IS Gefangene als menschliche Versuchskaninchen nutzte und an diesen mindestens zwei chemische Wirkstoffe teste. Die eingesetzten Substanzen werden zur Herstellung von Pestiziden genutzt und sind leicht verfügbar.

Blick auf die Überreste der Universitätsbibliothek von Mosul

Flüchtlingslager im Süden von Mossul.

Die Universität von Mossul war nach der Einnahme durch IS-Dschihadisten jahrelang Hauptforschungszentrum des IS für Chemiewaffenversuche. Mittlerweile soll der IS nach der Offensive auf Mossul seinen Chemiewaffen-Forschungsschwerpunkt nach Syrien verlagert haben.

Analysten von britischen und US-Geheimdiensten bestätigten gegenüber der Times die Echtheit der Dokumente und gaben ihrer Besorgnis Ausdruck, dass die Experimente mit Blick auf Angriffsziele im Westen vorgenommen worden sind.  

In einem Fall wurde einem IS-Gefangenen Thallium(I)-sulfat  zugeführt. Der Mann starb qualvoll innerhalb weniger Tage, nachdem massiven Aufquellen seines Magens und Gehirns. Thallium-sulfat ist ein hochgiftiger Wirkstoff, welcher früher auch als Rattengift eingesetzt wurde.

Bilder der Zerstörung in der umkämpften Stadt Mossul.

In einem weiteren dokumentierten Experiment, wurde einem IS-Gefangenen ein Nikotin-Stoff eingespritzt, der Mann starb innerhalb von zwei Stunden.

Der IS soll für seine Versuche und Forschungsreihen zahlreiche Chemieexperten aus Syrien und Irak nach Mossul gebracht haben.

Der von der Times kontaktierte Chemiewaffenexperte Hamish de Bretton-Gordon zog Parallelen zu Versuchsreihen der Nazis in den 1940er Jahren:

Dies ist eine grauenerregende Rückkehr zu der Zeit, als die Nazis Nervengas an Menschen austesteten.

Seit April 2017 soll der IS alleine auf die US-geführte Koalition zur Rückeroberung von Mossul 14 Angriff mit Chemiewaffen durchgeführt haben.

Zerstörtes Hauptgebäude der Universität von Mosul

ForumVostok
MAKS 2017