Syrien: Al-Kaida-Chef lobt Weißhelme als „verborgene Soldaten der Revolution“

Syrien: Al-Kaida-Chef lobt Weißhelme als „verborgene Soldaten der Revolution“
Von Al-Kaida gelobt und im Westen mit Preisen überhäuft: Weißhelm-Chef Raed al-Saleh bei der Entgegennahme des Right Livelihood Awards in Stockholm.
Syriens Al-Kaida-Chef lobt und preist die Weißhelme in einer Videoansprache. Die fälschlicherweise auch als "Syrischer Zivilschutz" bezeichneten Rettungshelfer werden trotz ihrer dokumentierten Nähe zu Al-Kaida vom Westen mit Millionenbeträgen finanziert.

In der bereits vor zwei Monaten anlässlich des sechsten Jahrestages des Aufstandes in Syrien angefertigten Aufnahme zollt Abu Jaber den sogenannten Weißhelmen seine Sympathie. Der Chef des syrischen Al-Kaida-Ablegers Haiʾat Tahrir asch-Scham preist die "Zivilschützer" darin als "verborgene Soldaten der Revolution" und spricht ihnen seinen Dank aus.

Es hätte nicht der offenen Sympathiebekundung Abu Jabers für die vermeintlichen Zivilschützer bedurft, um deren Nähe zu den Dschihadisten zu dokumentieren – wie einige Beispiele aus der Vergangenheit aufzeigen.

So teilten sich Mitarbeiter der Weißhelme in Ostaleppo ihr Hauptquartier – einschließlich Folterkammer – mit Al-Kaida, schwenkten Fahnen der Terrororganisation, posierten mit Victory-Zeichen auf den Leichen syrischer Soldaten, wohnten von Al-Kaida durchgeführten Hinrichtungen bei oder griffen gleich selbst zu den Waffen.

Weißhelm-Aktivisten dienten westlichen Medien in den letzten Jahren immer wieder als Kronzeugen, wenn es darum ging, die syrische Regierung zu bezichtigen, Kriegsverbrechen zu begehen. Kritische Beobachter warfen den selbst ernannten Zivilschützern jedoch wiederholt vor, Videomaterial zu fälschen. Zuletzt wurde dieser Vorwurf vom russischen Verteidigungsministerium anlässlich des mutmaßlichen Giftgaseinsatzes in Chan Scheichun erhoben.

Ausgezeichnete Propagandisten

Für das Engagement in Syrien wurde Weißhelm-Chef Raed al-Saleh vergangenen Dezember vom damaligen deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier und dessen französischem Amtskollegen Jean-Marc Ayrault der deutsch-französische Preis für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit verliehen. Zuvor hatte die zweifelhafte Rettungsorganisation bereits den Alternativen Nobelpreis erhalten.

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Eine Auszeichnung der US-Nichtregierungsorganisation InterAction konnte al-Saleh jedoch nicht entgegennehmen. US-Behörden hatten ihm im April letzten Jahres die Einreise verweigert – vermutlich, weil er auf einer Liste terrorverdächtiger Personen stand. 

Die Bundesregierung finanzierte die Al-Kaida nahestehende Organisation im vergangenen Jahr mit einer Summe von sieben Millionen Euro. Schließlich stünden die Weißhelme "für ein Stück Menschlichkeit in einer ausweglosen Situation", so das Auswärtige Amt, das zudem an anderer Stelle die äußerst gewagte Feststellung trifft: "Die Weißhelme sind unbewaffnet und in ihrer humanitären Arbeit strikt neutral."

Etikettenschwindel

Das Auswärtige Amt beteiligt sich am Etikettenschwindel, wenn es in seinen Mitteilungen die Weißhelme stets als "Syrischer Zivilschutz" bezeichnet. Mit dem echten Syrischen Zivilschutz haben die Weißhelme allerdings nichts zu tun. Dieser gehört seit Jahrzehnten der in Genf sitzenden Internationalen Zivilschutzorganisation (ICDO) an – die Weißhelme werden vom ICDO hingegen nicht anerkannt.

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Das Urteil der echten Zivilschützer über ihre vermeintlichen Kollegen fällt vernichtend aus. Mittels des Täuschungsmanövers ist es den Weißhelmen allerdings gelungen, sich internationale Reputation zu verschaffen.

Gegründet wurden die Pseudo-Zivilschützer vor vier Jahren von dem ehemaligen britischen Offizier James Le Mesurier. Dessen Vita zeugt von einer engen Verflechtung mit westlichen Sicherheitsapparaten. So war er nach der NATO-Intervention im Kosovo als Geheimdienstkoordinator tätig, beriet die US-Botschaft im Irak und fungierte als Vizedirektor der Söldnerfirma Olive Group.

Enge Verbindungen unterhält Le Mesurier auch zur US-Entwicklungshilfebehörde USAID, die bei der Gründung der Weißhelme mit einer Anschubfinanzierung in Höhe von 300.000 US-Dollar behilflich war. Seitdem flossen zweistellige Millionenbeträge von US-amerikanischen und britischen Behörden an die Weißhelme. Alleine USAID hat der Organisation bislang fast 30 Millionen US-Dollar zukommen lassen.

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