Türkische Armee bombardiert Sindschar und Nordsyrien

Türkische Armee bombardiert Sindschar und Nordsyrien
Symbolbild
Kampfjets der türkischen Luftwaffe haben mehrere Positionen kurdischer Milizen im Irak und Nordsyrien angegriffen. Der Angriff ereignete sich am Dienstag in den frühen Morgenstunden. Insgesamt 26 Flugzeuge sollen sich beteiligt haben.

Kurdischen Quellen zufolge erfolgte der Luftangriff gegen zwei Uhr morgens. Die syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) gaben bekannt, dass die türkischen Luftstreitkräfte das YPG-Hauptquartier in der Nähe Stadt al-Malikiya angriffen. Bei dem Angriff trafen die Kampfjets auch die Radiostation Stimme Rojavas, berichtete die kurdische Nachrichtenagentur ANF. Das Gebäude sei zerstört worden.

Die von den USA angeführte Anti-IS-Koalition, die die kurdischen Milizen beim Kampf gegen den so genannten Islamischen Staat unterstützt, war im Vorfeld über den Angriff informiert und alarmierte die kurdische Miliz, berichtete der kurdische Journalist Amed Dicle.

Die Nachrichtenagentur AFP berichtete unter Berufung auf einen Beobachter vor Ort, dass mindestens 18 Personen bei dem Luftangriff starben.

Die türkische Luftwaffe bombardierte auch Stellungen kurdischer Milizen in Sindschar im Norden Iraks. Dabei zielten die Flugzeuge auf die jesidischen Widerstandseinheiten Schingal (YBŞ), die mit der YPG in Syrien verbündet sind. Die türkische Regierung betrachtet diese als Schwesterorganisation der dort verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).

Das kurdische Medienportal K24 veröffentlichte Aufnahmen des Angriffs.

Bei der Offensive starben ebenfalls fünf Kämpfer der Demokratischen Partei Kurdistan (KDP). Die KDP ist eine der Regierungsparteien im autonomen Kurdengebiet im Nordirak und gilt als enger Partner der türkischen Regierung. Gegenüber Reuters sprach ein KDP-Vertreter von einem versehentlichen Angriff.

Auch in Sindschar traf das Bombardement eine Radiostation. ANF veröffentlichte ein Video, dass das Gebäude nach dem Angriff zeigen soll.

Türkische Medien berichtete bisher nicht über die Angriffe.

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