Militärquellen: Ankara bereitet weitere Intervention in Syrien vor

Militärquellen: Ankara bereitet weitere Intervention in Syrien vor
Im Februar nahmen Kämpfer der so genannten Freien Syrischen Armee zusammen mit der türkischen Armee die IS-Stadt Al-Bab ein.
Die Türkei soll derzeit eine weitere Etappe ihrer Militärintervention in Syrien vorbereiten. Dies berichtete die türkische Zeitung Karar unter Berufung auf Armeekreise. Das Hauptziel sei dabei der so genannte Kurdische Korridor im Norden Syriens.

Erst vor Kurzem hatte die türkische Regierung erklärt, sie habe ihre Militäroffensive in Nordsyrien ("Euphrat-Schild") eingestellt. Allerdings hatte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am 3. April erklärt, dass es sich hierbei nur um die erste Etappe einer ganzen Reihe von Interventionen handelt, die Ankara ins Auge gefasst habe. Er kündigte an, dass die Türkei weitere Operationen durchführen werde. 

Die türkische Armee soll nun ihren Einheiten in der Region den Befehl gegeben haben, sich innerhalb eines Monats auf den Beginn einer neuen Militäroperation in Syrien vorzubereiten. Dies meldete die türkische Zeitung Karar unter Berufung auf anonyme Quellen in türkischen Militäreinheiten vor Ort.

Die neue Offensive werde von türkischem Territorium ausgehen und auf die kurdischen Gebiete an der Grenze zur Türkei zielen. Im Zuge ihres Kampfes gegen den so genannten Islamischen Staat konnten Kämpfer der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) zuvor weite Teile des Nordens Syriens befreien. 

Wird die Türkei auf Manbidsch und Kobane vorrücken?

Ausgangspunkt der neuen Invasion werde die türkische Grenzstadt Akcakale in der Provinz Sanliurfa sein. Zunächst plane die türkische Armee, die direkt auf der anderen Seite der Grenze liegende syrische Stadt Tall Abyad angreifen. Anschließend plane die türkische Regierung, die Operation auf breiter Front weiterzutreiben, um das von den syrischen Kurden kontrollierte Gebiet zu spalten.

Auch Kobane und Manbidsch seien potenzielle Ziele der nächsten Etappe der türkischen Invasion. Ankara habe vor, die YPG sowie die syrisch-kurdische Partei der Demokratischen Union (PYD) zu zerschlagen. Die Türkei stuft beide Verbände als terroristische Organisationen und Ableger der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) ein. 

Archivbild

Das strategische Ziel des türkischen Militärs sei es, die kurdischen Gebiete nachhaltig und dauerhaft voneinander zu isolieren. 

Türkei interveniert ohne Genehmigung aus Damaskus

Bisher stehen die Vereinigten Staaten und Russland, aber auch Syrien und der Iran der türkischen Militärintervention in Syrien eher skeptisch gegenüber. Die türkische Regierung schickte im vergangenen Jahr eigene Armeeeinheiten auf syrisches Territorium, ohne eine Genehmigung von Damaskus dafür einzuholen. Daher sei die türkische Militäroperation eine völkerrechtswidrige Invasion, argumentieren Damaskus und Teheran. 

Die kurdische YPG betreibt derzeit zusammen mit arabischen Kämpfern eine Militäroffensive auf die IS-Hochburg Rakka vor. Mittlerweile konnte das kurdisch-arabische Bündnis Demokratische Kräfte Syriens (SDF) alle wichtigen Zufahrtsstraßen nach Rakka abschneiden und bis dicht an die Stadtgrenzen vorrücken. Vor Kurzem hatten die SDF den Anfang der dritten Etappe der Offensive auf Rakka erklärt. 

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