US-Angriff auf Syrien: Bisherige Stellungnahmen der Regionalmächte

US-Angriff auf Syrien: Bisherige Stellungnahmen der Regionalmächte
Der US-Zerstörer USS Porter (DDG 78) beim Abschuss von Tomahawk-Raketen auf Stellungen der syrischen Armee.
US-Präsident Donald Trump begründete den militärischen US-Einsatz in Syrien damit, dass Präsident Baschar al-Assad für den Giftgas-Einsatz am Dienstag mit mindestens 70 Toten verantwortlich sei. Der Angriff auf Stellungen der syrischen Armee in der Region Idlib, hat weltweite Reaktionen hervorgerufen, auch bei den Regionalmächten Türkei, Iran, Israel, Saudi-Arabien und Ägypten. Die militärische US-Aktion stößt dabei auf ein geteiltes Echo.

Türkei

Dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu zufolge haben die USA die Mitglieder der Anti-IS-Koalition vor dem Luftangriff informiert. Er bekräftigte die türkische Forderung, die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad müsse abgesetzt und eine Übergangsregierung eingesetzt werden.

Das türkische Außenministerium nennt den US-Angriff "sehr positiv". Ein Sprecher von Präsident Recep Tayyip Erdogan fordert die Einrichtung einer Flugverbotszone und von Schutzzonen, um weitere Massaker in Syrien zu verhindern.

Vize-Ministerpräsident Numan Kurtulmus sagte dem US-Sender Fox TV, die internationale Gemeinschaft müsse an ihrer Haltung gegenüber der "Barbarei" Assads festhalten. Die syrische Regierung müsse auf dem internationalen Parkett bestraft werden, der Friedensprozess müsse beschleunigt werden.

Zuvor hatte der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan bereits erklärt, dass die Türkei einen Militäreinsatz der Vereinigten Staaten unterstützen würde, sollten sich die Vereinigten Staaten zu diesem Vorgehen entscheiden.

Iran

Der Iran verurteilt den US-Angriff in Syrien scharf, berichtet die Nachrichtenagentur Insa unter Berufung auf einen Sprecher des Außenministeriums. Solche Angriffe würden Terroristen in Syrien stärken und die Lage in dem Bürgerkriegsland und der Region schwieriger machen.

Diese militärischen Alleingänge sind gefährlich und schädlich“, sagte Außenamtssprecher Bahram Ghassemi laut Nachrichtenagentur ISNA.

Außerdem seien die Hintergründe des mutmaßlichen Giftgasangriffs vor wenigen Tagen in Syrien immer noch unklar, hieß es von Ghassemi. Die USA hatten den Stützpunkt als Vergeltung für den mutmaßlichen Giftgasangriff attackiert.

Saudi-Arabien

Saudi-Arabien stellt sich auf die Seite der USA. Das Außenministerium habe den USA die volle Unterstützung zugesichert, teilt die Regierung in Riad mit. Es sei eine "mutige Entscheidung" Trumps. Das Königreich unterstütze die amerikanische Militäroperation voll und ganz, meldete die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf das Außenministerium in Riad. Der Angriff sei eine Antwort auf die Verbrechen des syrischen Regimes gegen sein Volk.

Israel

Auch Israel hat den US-Luftangriff in Syrien begrüßt:

In Worten und Taten hat US-Präsident (Donald) Trump eine starke und klare Botschaft ausgesandt, dass der Gebrauch chemischer Waffen nicht toleriert werden wird“, hieß es am Freitag in einer Mitteilung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

Israel unterstütze Trumps Entscheidung und hoffe:

dass diese Botschaft der Entschlossenheit im Angesicht der schrecklichen Taten des Assad-Regimes nicht nur in Damaskus, sondern auch in Teheran, Pjöngjang und anderen Orten Widerhall finden wird“, hieß es in Netanjahus Mitteilung.

Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman nannte den US-Lufangriff eine:

Amerikanischer Lenkwaffenzerstörer

wichtige, notwendige und moralische Botschaft der freien Welt und US-Führung, dass man die Kriegsverbrechen des Horror-Regimes von Baschar al-Assad gegen unschuldige Zivilisten nicht dulden wird.

Geheimdienstminister Israel Katz sagte, die USA hätten darauf reagiert,

dass ein brutaler Tyrann rote Linien überschritten hat.

Der Angriff sei auch eine klare Botschaft an die von dem Iran angeführte Achse. (reuters/dpa/rt)

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