"Erst ermitteln, dann beschuldigen": Russland schlägt neue UN-Resolution zum Giftgasangriff vor

"Erst ermitteln, dann beschuldigen": Russland schlägt neue UN-Resolution zum Giftgasangriff vor
Russischer Spezialist führt Minenentschärfung in der antiken Stadt Palmyra durch; Februar 2017.
Russland stellte beim UN-Sicherheitsrat seinen eigenen Entwurf zur Untersuchung des Giftgasangriffs in Syrien vor. Die Ermittlungen vonseiten der UNO und der Organisation für das Verbot chemischer Waffen haben bereits begonnen.

Moskau hält den von den USA, Frankreich und Großbritannien präsentierten UN-Resolutionsentwurf über den mutmaßlichen Giftgasaustritt in Syrien für reine Propaganda. Der Resolutionsentwurf sei außerdem auch noch "fahrlässig" vorbereitet worden, so die Pressesprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa.

Nun haben russische Diplomaten ihren eigenen Entwurf vorbereitet.

Wie baten darum, unser sachlich zusammengestelltes, kurzes Dokument, das darauf gerichtet ist, einer realen Untersuchung zuzuführen. Bevor Schuldige genannt werden, sollte man zunächst reale Fakten feststellen", sagte der Pressesprecher der russischen UN-Mission, Fedor Strizhowski.

Dass die syrische Armee mit geächteten Waffen gegen die Dschihadisten in Idlib vorgehen würde, widerspricht aus Sicht der russischen Regierung jedweder Logik - zumal die letzten Wochen von einer  Verständigung zwischen Armee und den kampfstarken kurdischen YPG-Einheiten gekennzeichnet waren.

Zurzeit wird über die Entschließung beraten. Strizhowski hofft dabei auf einen Kompromiss im Vorfeld der Verabschiedung einer Resolution.

Am Vorabend hatten die USA, Frankreich und Großbritannien einen Resolutionsentwurf vorgelegt, der den Einsatz der Chemiewaffen in Idlib verurteilt und weitreichende Forderungen an die syrische Regierung stellt. So soll diese den Experten der Organisation für das Verbot chemischer Waffen und der UNO Zugang zu ihren Militärflugplätzen verschaffen.

Zuvor hatte die so genannte Koalition der oppositionellen Kräfte die syrische Regierung beschuldigt, 80 Menschen durch chemische Waffen getötet zu haben. Damaskus weist diese Anschuldigung entschieden zurück und vermutet die Terrormilizen, die Idlib kontrollieren, und deren Unterstützer hinter den Attacken.

Viele Experten reden auch von einer False-Flag-Aktion, denn der syrischen Regierung würde eine solche Attacke nichts außer neuer Hysterie im Westen einbringen. Auch aus militärischer Sicht ergibt sie keinen Sinn, denn die syrische Armee und ihre Verbündeten befinden sich auch in der betroffenen Region ohnehin auf dem Vormarsch.

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