USA bombardieren mit Flüchtlingen besetzte Schule in Nordsyrien: Bis zu hundert Tote befürchtet

USA bombardieren mit Flüchtlingen besetzte Schule in Nordsyrien: Bis zu hundert Tote befürchtet
Die USA haben mutmaßlich eine Schule nahe dem syrischen Rakka bombardiert. In dieser waren Flüchtlinge untergebracht. Bei dem vermeintlichen Angriff gegen die Terrormiliz IS starben mindestens 33 Menschen. Andere Quellen berichten von "Hunderten Toten".

Hunderte Menschen seien getötet worden, meldet die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu mit Verweis auf lokale Quellen. Die syrische amtliche Nachrichtenagentur Sana hatte zuvor von mindestens 33 Todesopfern berichtet.

Die Rebellen-nahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte am Mittwoch mit, dass die US-geführte Anti-IS-Koalition diesen Angriff am Montagabend ausgeführt habe. Die USA führen gegenwärtig zusammen mit der verbündeten Kurden-Miliz YPG eine Offensive auf Rakka durch, die selbsternannte Hauptstadt des "Islamischen Staates".

Laut der Beobachtungsstelle zählten Aktivisten die Opfer. Der Luftschlag erfolgte in der Nähe des Dorfes al-Mansoura, westlich von Rakka. Informationen zufolge hielten sich in dem Gebäude Binnenflüchtlinge aus Rakka, Aleppo und Homs auf.

Der in Deutschland ansässige Analyst Nidal Gazaui, der sich auf dschihadistische Bewegungen wie den „Islamischen Staat“ spezialisiert hat, kritisierte die Praktiken der USA in Syrien scharf. RT Deutsch sagte er:

„Für die militärischen Entscheidungsträger in Washington spielt der Schutz von zivilem Leben in Syrien eine absolut sekundäre Rolle. Hier haben wir es auch mit einer völlig falschen Weltsicht zu tun. Diese Angriffe gegen die Menschlichkeit verwundern mich überhaupt nicht. Was kann man von einem Staatsoberhaupt wie Trump erwarten, der öffentlich dazu plädierte eine Atombombe über Syrien abzuwerfen, um den IS zu vernichten. Mit dieser militärischen Herangehensweise treiben die USA die Zivilisten nur weiter in die offenen Arme von Extremisten.“

Mehr als 300.000 Menschen wurden seit dem Ausbruch des Konfliktes in Syrien getötet. Seit 2011 sind zudem über sechs Millionen Menschen angesichts der Kämpfe aus dem arabischen Land geflohen.