Schwere Kämpfe in Ostdamaskus: Syrische Armee wehrt Terroristen-Offensive ab

Schwere Kämpfe in Ostdamaskus: Syrische Armee wehrt  Terroristen-Offensive ab
Zu früh gefreut? Mitglieder der Terrormiliz "Ahrar Al-Scham" jubeln über ihren zeitweiligen Vorstoß.
Am Dienstag ist es zu heftigen Gefechten zwischen der syrischen Armee und Islamisten in den östlichen Vororten von Damaskus gekommen. Die Terroristen versuchen, zwei von ihnen besetzte Gebiete zu verbinden. Viele Zivilisten wurden verletzt.

Syrische Regierungstruppen haben als Reaktion auf die Offensive den Artilleriebeschuss der Terroristenverbände im Norden von Dschobar verstärkt. Der Bezirk liegt im Osten von Damaskus und ist seit zwei Jahren zwischen Terrorgruppen und der Syrischen Armee umkämpft. Die Offensive der Terroristen begann mit einem Autobombenangriff am Dienstagmorgen.

Den radikalen Rebellen gelang es, von den äußeren Vororten von Damaskus aus in die Stadt einzufallen. Sie konnten bis in den Außenbereich von al-Maamel vordringen, berichtete RT Arabic. Ihr Ziel sei es, weiter Richtung al-Qaboun vorzustoßen.

Die Terroristen griffen die Innenstadt mit Raketen an, berichtete Reuters unter Berufung auf Augenzeugen.

Es ist für die Zivilisten in Syriens größter Stadt zur Zeit eine sehr beängstigende Situation. Mehrere Bezirke standen unter Artilleriebeschuss, explodierende Patronen haben Fahrzeuge und Häuser getroffen, viele Zivilisten wurden aufgrund der Gefechte verletzt“, berichtete Lizzie Phelan, RT-Korrespondentin in Syrien.

Trotz der Wucht der Terroristenoffensive gelang es der Syrischen Armee, den Angriff aufzuhalten. Die Regierungstruppen isolierten die Dschihadisten in al-Maamel, nördlich von Dschobar. Alle Rebellenvorstöße konnten zurückgeworfen werden.

Sie betraten einen engen Kessel – im gleichen Gebiet wie ihr [vorheriger] Durchbruch – und jetzt nehmen wir uns diese Gruppe vor“, zitiert Reuters eine Quelle im syrischen Militär.

Die Terroristen, die bis nach Al-Qaboun eindringen konnten, führten Angriffe auf das Wohngebiet Al-Abissin durch. Sie feuerten Mörser und griffen mit Scharfschützen an, meldete die amtliche syrische Nachrichtenagentur SANA. Regierungstruppen hätten mit Artilleriebeschuss reagiert.

Zwei syrische Fußballspieler sind aufgrund der Kämpfe verletzt worden, nachdem die Terroristenverbände das Gelände eines lokalen Fußballvereins unter Artilleriebeschuss stellten, berichtete Phelan. Zudem wurden 15 Menschen aufgrund von Raketenangriffen der Terroristen in den Bezirken Masaken Barzeh und al-Schaghour verletzt, meldete SANA.

Die syrischen Regierungstruppen griffen auf Luftangriffe zurück. Kampfflugzeuge der syrischen Luftstreitkräfte nahmen die Nachschubwege der Terroristen sowie ihre Stellungen in Dschobar unter schweren Beschuss. Die syrische Regierung verlegte ihre Frontsoldaten zu den Außengebieten von Damaskus sowie in das Abassiyin-Gebiet im Dschobar-Bezirk.

Das Abassiyin-Gebiet liegt nur zwei Kilometer von der Damaszener Altstadt entfernt. Weil es sich in der Nähe der Zufahrtsstraße zum Stadtkern befindet, wurde es in den letzten Wochen oft schwer umkämpft.

Die Terrormiliz Tahrir al-Scham, bis vor Kurzem als Al-Nusra-Front bekannt, führt die Offensive an. Auch andere radikale islamistische Kampfverbände sowie Teile der sogenannten Freien Syrischen Armee schlossen sich dem Vorstoß an.

Im Januar hatten sich mehrere radikale dschihadistische Terrorgruppen zur Tahrir al-Scham vereinigt. Sie ist der Ableger des Terrornetzwerks Al-Qaida in Syrien. Sie wird von den syrischen Friedensgesprächen ausgeschlossen.

Die jüngste Offensive der Terroristen erfolgte von der Rebellenhochburg Ostghouta aus. Ghouta liegt in der Umgebung der syrischen Hauptstadt. Weil syrische Regierungstruppen derzeit versuchen, das Gebiet einzukesseln, starteten die Rebellen den Ausbruchsversuch in Dschobar. Jedoch verfehlten sie ihr strategisches Ziel, eine Nachschublinie zwischen den zwei von ihnen besetzten Gebieten in Ostdamaskus zu schaffen.

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