Russland dementiert Luftangriffe auf mit USA verbündete Kurden-Miliz in Syrien

Russland dementiert Luftangriffe auf mit USA verbündete Kurden-Miliz in Syrien
Uneinheitliche Angaben machen US-amerikanische und russische Stellen bezüglich einer Luftoffensive, die sich am Dienstag in Nordsyrien ereignet und irrtümlich kurdische YPG-Einheiten getroffen haben soll.
Weder die russische noch die syrische Luftwaffe hat am Dienstag den Bombenangriff auf mit den USA verbündete kurdische Kämpfer ausgeführt. Das betonte das russische Verteidigungsministerium am Mittwochabend. Zuvor hatte die US-Armee diesen Vorwurf erhoben.

Die US-amerikanischen Militärs in Syrien hatten am Mittwoch die russischen Streitkräfte vor Ort kontaktiert und diesen gegenüber ihre "Besorgnis" kundgetan. Grund dafür waren Darstellungen, wonach russische und syrische Kampfflugzeuge zuvor bei einer Anti-Terror-Operation in Nordsyrien unbeabsichtigt pro-amerikanische kurdische Einheiten der Miliz YPG bombardiert hätten, so das Moskauer Ministerium.

Syrische Armeemitglieder sichern Tadif ab. Bildquelle: Syrische Twitteraktivisten.

Um jedwede Zwischenfälle zu vermeiden, haben US-Vertreter genaue Koordinaten der von den US-Amerikanern unterstützten Oppositionskräfte in der Region an russische Offiziere weitergegeben, informierte das Verteidigungsministerium in Moskau. Die Informationen aus den USA werden vom russischen Militär berücksichtigt, hieß es weiter. In diesem Fall sei man jedoch nicht involviert gewesen.

Nicht ein einziger Luftangriff auf die von den USA angegebenen Gebiete wurde von der russischen oder syrischen Luftwaffe durchgeführt", erklärte Moskau.

Das russische Verteidigungsministerium äußerte, dass es die, wie es betonte, effektive Zusammenarbeit mit dem US-Militär über etablierte Kanäle fortsetzen wird, um die Terrormiliz "Islamischer Staat" in Syrien weiterhin effektiv zu bekämpfen.

Am frühen Mittwoch hatten US-Kommandeure jedoch Russland und die syrische Regierung beschuldigt, mit den USA verbündete kurdische Kämpfer in Syrien angegriffen zu haben. Der Vorfall ist auf falsche Informationen zurückzuführen, so US-Beamte. Die russische und syrische Luftwaffe beabsichtigten, IS-Ziele in Nordsyrien anzugreifen.

Am Dienstag "bombardierten russische und syrische Kampfflugzeuge einige Dörfer, von denen sie glaubten, der IS hielte sich darin auf", sagte US-General Stephen Townsend tags darauf bei einem Presse-Briefing im Pentagon.

Die syrischen Streitkräfte sind zuversichtlich, die Terrormiliz IS bereits in Kürze wieder aus der Stadt und Region um Palmyra vertreiben zu können.

Der US-Kommandant sagte weiter, dass in den beschossenen Gebieten unweit der von pro-türkischen Truppen gehaltenen Stadt al-Bab "einige unserer syrisch-arabischen Koalitionskräfte" stationiert waren.

US-Militärberater, die zwei Meilen vom Angriffsort entfernt waren, beobachteten die Luftschläge. Sie riefen bei russischen Militärs an, um diese zu warnen, beteuerte der US-Offizier.

Wir machten einige schnelle Anrufe über unsere Deeskalationskanäle. Die Russen erkannten das und stoppten ihre Bombardierung", sagte Townsend.

Die russischen und US-amerikanischen Streitkräfte hatten im Vorjahr für Syrien eine Kommunikationsverbindung hergestellt. Beide Armeen erklärten sich bereit, diese Verbindung zu nutzen, um Zwischenfälle im syrischen Luftraum zu vermeiden.