Entscheidungsschlacht im Irak: Regierungstruppen kesseln IS in Mossul ein

Entscheidungsschlacht im Irak: Regierungstruppen kesseln IS in Mossul ein
Eine Explosion in der nordirakischen Stadt Mossul, die der IS seit Juni 2014 besetzt hält.
Die irakische Armee steht kurz davor, das vom IS besetzte Regierungsviertel in Mossul zu befreien. Inzwischen ist die Terrormiliz im Westteil der Stadt eingekesselt. Mit ihren Kämpfern zusammen sind auch hunderttausende Zivilisten gefangen.

Als Kämpfer des so genannten Islamischen Staates im Juni 2014 innerhalb weniger Tage die nordirakische Millionenstadt Mossul beinahe kampflos eroberten, richtete sich die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit nach längerer Pause wieder auf die Region. Bis dahin hatten Medien und Politiker den IS kaum wahrgenommen. Jetzt, nach drei Jahren, steht die Herrschaft des Terrors vor dem Zusammenbruch.

Einheiten der irakischen Armee rückten am Dienstag auf ein vom IS besetztes Regierungsviertel im Westen der Stadt vor, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. Ein irakischer Offizier erklärte, dass die Truppen innerhalb der Schussreichweite der eigenen Stellungen sind. Das wären etwa 400 Meter.

Die Eroberung des Viertels ist ein wichtiges Ziel des von den Vereinigten Staaten unterstützten Bündnisses. Sie wäre vorentscheidend, um die Terror-Herrschaft in der Stadt zu brechen. Zwischen die Fronten geratene Zivilisten versuchen derweil, aus den heftig umkämpften Gebieten zu fliehen. Es gibt Berichte, wonach die Terroristen auf die Flüchtlinge schießen. Die Versorgungslage in der vom IS kontrollierten Region soll katastrophal sein. Seit Beginn der Regierungsoffensive im Oktober sind laut UN-Angaben mehr als 175.000 Menschen geflohen.

„Islamischer Staat“ vermint Massengrab bei Mossul

Irakische Truppen haben inzwischen auch alle wichtigen Straßen aus Mossul ins Umland besetzt, meldete Reuters am Mittwoch. Dadurch sind die Kämpfer der radikalen Terrorgruppe, aber auch zahlreiche Zivilisten praktisch eingekesselt. Mittlerweile sei die Armee nur noch einen Kilometer vom nordwestlichen Eingang zur Stadt entfernt, erklärte ein irakischer General gegenüber Reuters. Die Straße führt von Mossul über Tel Afar, eine weitere IS-Hochburg im Westen von Mossul, zur syrischen Grenze.

Die Schlacht um die antike Stadt Mossul tobt schon seit mehreren Monaten. Aufgrund heftiger Gegenwehr der Terrormiliz sowie um zivile Opfer zu vermeiden rückten die Regierungstruppen bisher nur verhältnismäßig langsam voran. Die Armee konnte den Ostteil der Stadt, vom Westteil durch den Tigris getrennt, erst nach etwa 100 Tagen seit Beginn der Offensive im Januar dieses Jahres erobern.

Am 19. Februar begann eine weitere Offensive mit dem Ziel, die westlichen Stadtviertel zu erobern. Die US-Streitkräfte im Irak gehen davon aus, dass innerhalb von sechs Monaten sowohl Rakka, die selbsterklärte Hauptstadt der Terrororganisation in Syrien, als auch Mossul, die größte Stadt unter IS-Kontrolle, befreit sein werden.

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