Israel will Passagierdrohne für den urbanen Krieg bis 2020 auf den Markt bringen

Israel will Passagierdrohne für den urbanen Krieg bis 2020 auf den Markt bringen
Ein Prototyp des "Cormorant", Israel, 22. Dezember 2016.
Israel hat eine Passagierdrohne entwickelt, die auf die Bedingungen des Landes als Konfliktgebiet abgestimmt ist und die Kriegsführung revolutionieren soll. Bis 2020 wird die Drohne auf dem Markt sein.

In John Miltons Gedicht "Paradise Lost“ nimmt Satan die Gestalt eines Kormorans an, um unerkannt das Paradies zu betreten. Der Seevogel in dunkler Färbung ist Namensgeber der israelischen Entwicklung, einer Passagierdrohne, die den Krieg im heiligen Land revolutionieren soll. Der “Cormorant“ (das Objekt lief vormals unter dem Namen "AirMule") soll auch als fliegendes Auto angepriesen werden, wenn es im Jahr 2020 auf den Markt kommt. Ganze 15 Jahre hat die israelische Firma Urban Aeronautics an der Entwicklung des 1.500 Kilogramm schweren Flugobjekts gefeilt. 

Insgesamt 39 Patente wurden hierfür angemeldet und es fehlt noch an einigen Tests, bevor das futuristisch anmutende Flugobjekt zum Einsatz kommen kann. Mit einer Geschwindigkeit von 185 Kilometern pro Stunde kostet der Traum vom Fliegen den Endverbraucher 14 Millionen Dollar. Für die Firma erlaubt die Passagierdrohne den schnellen Zugriff auf Konfliktzonen und zwei Zivilisten die erleichterte Flucht. Dabei hat die Drohne gegenüber einem Helikopter den entscheidenden Vorteil, dass sie sich zwischen Gebäuden bewegen kann, ohne die Gefahr, dabei Stromkabel zu durchtrennen.

Der Kormoran wird aber weniger für den privaten Gebrauch bestimmt sein und soll die Kriegsführung revolutionieren. Mit der Entwicklung gibt die Firma an, auf derzeitige Entwicklungen zu reagieren, bei der Kampfzonen durch Terroristen in urbane Räume verlegt werden. Nahezu geräuschlos kann sich der Kormoran auf das Konfliktgebiet zubewegen und bis zu 500 Kilogramm an Lasten befördern.

Der Firmenchef Rafi Yoeli gegenüber Reuters:

Stellen Sie sich vor, eine dreckige Bombe in einer Stadt, gefüllt mit chemischen Substanzen, und dieses Gefährt kann sich automatisch, ferngesteuert, auf die Straße zubewegen und eine Gegend dekontaminieren.

Israel beheimatet mehr als 7.000 Start-Up Unternehmen, gespeist aus einer Militär-Kultur. Durch erhöhten Sicherheitsbedarf entwickelten sich aus dem israelischen Militär heraus spezielle technische Einheiten, die das kreative Denken der jungen Rekruten und Rekrutinnen anreizten und die Entwickler des Kriegsgeräts von morgen heranzogen.

Ein Arbeiter der israelischen Firma "Urban Aeronautics" arbeitet an einem Prototyp des "Cormorant" beschäftigt, Israel, 22. Dezember 2016.

Für Touristen sind ebenfalls selbstfliegende Drohnen im Angebot. Das chinesisches Modell eHang 184 kann man für zivile Zwecke ab Juli in Dubai testen. Dann soll "eHang" mit einem regulären Flugplan Zivilisten transportieren. Der Passagier muss lediglich ein Ziel auf dem Bordcomputer auswählen. Die Drohne wird ferngesteuert.  

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