Carla Ortiz zu RT: Westliche Medien sind Komplizen im Anheizen des syrischen Konfliktes

Carla Ortiz zu RT: Westliche Medien sind Komplizen im Anheizen des syrischen Konfliktes
Der Krieg in Syrien war von Anfang an ein künstlicher, bewusst geplanter und sorgfältig inszenierter Konflikt, sagt die bolivianische Dokumentarfilmemacherin Carla Ortiz im RT-Interview. Nach achtmonatigem Aufenthalt in Syrien kommt sie zum Schluss, dass westliche Mainstreammedien dabei eine entscheidende Rolle spielten.

Ortiz, die Regisseurin des Dokumentarfilms "The Voice of Syria", kehrte vor Kurzem aus dem vom Krieg zerrissenen Land zurück, wo sie die Regionen besuchte, die am meisten unter dem Konflikt leiden. Sie sprach mit den Syrern, die kämpfen, um ihr Land zu retten, während sie ihr zerstörtes Leben wieder aufbauen.

Die wirkliche Situation in Syrien, die sie erlebt hat, unterscheidet sich sehr von den allgemeinen Berichten, die von den westlichen Mainstreammedien vorgelegt werden. Die ganze Idee, dass der Nahe Osten ein "Territorium des ständigen Konflikts" ist, das von "Diktatoren" geplagt wird, und die Westler dort die "Retter" der einheimischen Bevölkerung sind, ist so üblich geworden, dass die Menschen "nahezu aufhören zu hinterfragen, was sie hören", so Ortiz gegenüber RT.

"Erst als ich damit angefangen habe, erkannte ich, dass die Wirklichkeit, die auf der anderen Seite existiert, eine ganz andere ist. Es widerspricht drastisch dem, was ich scheinbar darüber wusste", sagte Ortiz.

Der syrische Konflikt wird von den westlichen Mainstreammedien als etwas "natürliches" und "selbstverständliches" dargestellt, jedoch verließ die Filmemacherin das Land mit dem Gefühl, dass es sich um eine künstlich angelegte Kampagne handelt, die von außen instrumentalisiert wurde.

"Der Krieg wurde bewusst und sorgfältig inszeniert", unterstrich Ortiz in dem Gespräch mit RT. Die Einheimischen sagten der Regisseurin, dass nicht nur die anfänglichen Unruhen von Ausländern organisiert und angeheizt wurden, die das Land infiltriert haben. Sogar jetzt ist noch die Mehrheit der Militanten, die gegen die syrische Armee kämpfen, ausländischen Ursprungs.

"Nachdem ich drei Viertel des Landes besucht habe, habe ich bemerkt, dass sich meine Gespräche mit den Syrern immer wieder wiederholen. Unabhängig von Ort, sozialem Rang und sogar Religion, bekam ich überall die gleiche Antwort - dieser Krieg wurde künstlich geschaffen", fügte die Bolivianerin hinzu.

Carla Ortiz verbrachte acht Monate vor Ort in Syrien und erlebte die Befreiung Ost-Aleppos mit. Die postfaktischen Schilderungen dschihadistischer Gruppen über angebliche Gräueltaten der syrischen Armee, die auch westliche Medien übernahmen, konnte sie nicht bestätigen.

Die religiöse Komponente des Konflikts erwies sich auch als überbewertet, denn die syrischen Völker verschiedener Religionsgemeinschaften lebten seit Jahrhunderten in Harmonie.

"Ich habe einmal einen Fehler gemacht, als ich einen Mann gefragt habe, ob er ein Muslim sei. Er antwortete mir, dass er ein Syrer sei und dass man in Syrien nicht nach der Religion frage“, erzählte Carla Ortiz.

Das syrische Volk misstraut westlichen Medien und dem Westen als Ganzes. Es hält sie weitgehend für die Zerstörung ihres Landes verantwortlich. Der Westen machte den Rücktritt des syrischen Präsidenten zur Priorität, statt den Terrorismus zu bekämpfen.

Die westlichen Medien verwendeten Informationen aus dubiosen Quellen und präsentieren sie als "Berichterstattung". Selbst jene wenigen Journalisten, die in Syrien waren, während die bolivianische Regisseurin ihren Dokumentarfilm gedreht hat, zogen es vor, aus der sicheren Entfernung ihrer Hotelzimmer "zu berichten".

"Ich kann bestätigen, dass ich im kritischen Augenblick der Schlacht von Aleppo alle sechs Fronten bereiste und es dort niemanden von den internationalen Medien gegeben hat", betonte sie.

Ortiz hat die Befreiung von Aleppo miterlebt und gefilmt. Sie kann daher mit einer Bestimmtheit feststellen, dass viele Videos, die in diesen schweren Zeiten aufgetaucht sind und "Assad-Gräueltaten" oder "Russische Gräueltaten" darstellen sollen, Fakes waren. Bei solchen Videos sind wenig bis gar kein Schussfeuer, Bombenangriffe und Schallgeräusche zu hören, während die Kämpfe in den Tagen vor der Befreiung Aleppos wirklich intensiv waren.

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"In all meinen Videos hört man Schüsse. Ich weiß nicht, wo ein solches Filmmaterial gedreht wurde, denn ihr Sound klingt nicht danach, vor allem wenn es angeblich in Ost-Aleppo gefilmt wurde", unterstrich Ortiz.

Verschiedene Schattengruppen, die von den westlichen Medien als tapfere Krieger und "Helden", wie die berüchtigten weißen Helme, dargestellt werden, werden von den Syrern ganz anders wahrgenommen. Vielmehr werden sie als Militanten und Terroristen betrachtet, die ihre Nation auseinanderreißen und teilen wollen.

Syrische Soldaten, junge Männer und Frauen, von denen die Mehrheit Freiwillige sind, kämpfen täglich, um ihr Land vor Terroristen zu retten, die dank der "kostenlosen Werbung" der westlichen Mainstreampresse stark zulegen.

Es ist die syrische Armee, die für ihr Land kämpft, nicht irgendeine "Assad Armee" oder irgendwelche "Regime Kräfte", wie diese Medien sie porträtiert haben, sagte die Filmemacherin.

 

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