Kurdendelegation in Moskau: "Die Anstrengungen unserer russischen Freunde waren äußerst positiv"

Kurdendelegation in Moskau: "Die Anstrengungen unserer russischen Freunde waren äußerst positiv"
PYD-Vertreter Xalid Isa (rechts) vor dem Treffen mit dem russischen Außenminister Lawrow.
Gestern hat sich eine Delegation syrischer Kurden mit Vertretern des russischen Außenministeriums in Moskau getroffen. Bei dem Treffen ging es um die Ergebnisse der Astana-Gespräche und um einen Verfassungsentwurf für Syrien.

Im Anschluss an das Treffen äußerte sich Xalid Isa, ein in Frankreich ansässiger Vertreter der in Syrien operierenden Kurdischen Demokratischen Union (PYD), gegenüber der kurdischen Nachrichtenagentur ANF zu den Gesprächen mit den russischen Diplomaten.

Isa erklärte, dass die Kurdenvertreter die "kulturelle Autonomie", die der russische Entwurf zu einer syrischen Verfassung für die Volksgruppe vorsieht, als nicht ausreichend bewerten. Ein besser geeigneter Ansatz sei das kurdische Projekt der Demokratischen Föderation Nordsyriens. Die russischen Diplomaten hätten darum gebeten, die Gespräche fortzuführen.

Die Anstrengungen einiger unserer russischen Freunde waren äußerst positiv", erklärte der PYD-Vertreter.

Im Interview mit RT Deutsch weist der nordsyrische Kurdenpolitiker Aldar Xelil Vorwürfe zurück, die kurdischen Verbände würden eine Loslösung vom syrischen Staats anstreben.

In den vergangenen Monaten hatte Moskau mehrere Gespräche zwischen der syrischen Regierung und der PYD vermittelt.

Isa teilte mit, dass die kurdische Delegation dem russischen Außenministerium eine Akte mit Informationen über die international nicht anerkannte "Föderation Nordsyrien" übergab. Vor dem Treffen hatte Isa der Nachrichtenagentur Sputnik gesagt, dass die Einladung der Kurdenvertreter auf Initiative des russischen Außenministers Sergei Lawrow erfolgte.

Neben den Kurden trafen sich in Moskau auch Vertreter anderer syrischer Oppositionsgruppen mit russischen Diplomaten. Insgesamt waren etwa 14 Gruppen beteiligt. Fraktionen der syrischen Opposition, die Saudi-Arabien nahestehen, weigerten sich allerdings, an den Gesprächen teilzunehmen.

Indessen erklärte Lawrow, dass die für Anfang Februar vorgesehene Friedenskonferenz verschoben werden musste. Die Gespräche unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen werden Lawrow zufolge voraussichtlich erst Ende Februar stattfinden können. Der russische Außenminister warf der UN in diesem Zusammenhang Untätigkeit vor. 

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