Bolivianische Filmemacherin: "Es gab keine Erschießungen während der Evakuierung Ost-Aleppos"

Bolivianische Filmemacherin: "Es gab keine Erschießungen während der Evakuierung Ost-Aleppos"
Carla Ortiz verbrachte acht Monate vor Ort in Syrien und erlebte die Befreiung Ost-Aleppos mit. Die postfaktischen Schilderungen dschihadistischer Gruppen über angebliche Gräueltaten der syrischen Armee, die auch westliche Medien übernahmen, konnte sie nicht bestätigen.
Carla Ortiz, eine bolivianische Regisseurin, dreht derzeit einen Dokumentarfilm über den Syrien-Krieg. Gegenüber RT erklärt sie, dass die syrische Armee nicht auf Rebellen, die Ost-Aleppo verließen, geschossen hat. Zudem bezweifelt sie die Authentizität der dubiosen "Augenzeugenberichte" aus Ost-Aleppo.

Die Schauspielerin war damit beschäftigt, einen Dokumentarfilm über das Schicksal derer zu drehen, die im Syrien-Krieg zwischen die Fronten geraten waren, als sie die Gelegenheit erhielt, mitzuerleben, wie die syrische Armee Ost-Aleppo befreite. Sie verfolgte die Evakuierung der Rebellen und ihrer Familien aus den belagerten Stadtteilen unmittelbar mit.

Auf Facebook veröffentlichte sie ein Video von Szenen der Evakuierung Ost-Aleppos, um Berichte westlicher Medien, denen zufolge syrische Regierungstruppen auf Flüchtlinge gefeuert hätten, zu widerlegen.

Viele haben mich sogar darum gebeten, Beweise zu liefern, dass nicht auf Menschen und Kinder auf den Straßen während der Evakuierung geschossen würde, wie einige Medien berichteten. Also, ich habe Folgendes gesehen: Zivilisten flüchteten zu Fuß aus dem Osten, danach wurden sie in Bussen zu den Schutzorten gebracht. Es tut mir leid, aber es gab auf gar keinen Fall Massenerschießungen während der Evakuierung", kommentierte Ortiz ihr Facebook-Video. Sie fügte hinzu, dass die syrische Armee die Evakuierten mit Essen versorgte.

Ortiz zweifelte die Authentizität der dubiosen "Augenzeugenberichte" aus Ost-Aleppo an, die viele westliche Medien unkritisch wiedergaben. Ihr zufolge wäre die Internetqualität im Ostteil der Stadt zu schlecht gewesen, um es diesen Zeugen zu ermöglichen, Videos hochzuladen. Sie fügte hinzu, dass sie nicht einmal ihrer Familie eine kurze Textnachricht aus Ost-Aleppo schicken konnte, obwohl sie ein Mobiltelefon mit internationalem Roaming und Wi-Fi besitzt.

Ost-Aleppos bezeichnete sie als "Zentrum des Konflikts"; dort herrsche eine "absolute Verwüstung", die nicht nur auf das Vorgehen der syrischen und russischen Streitkräfte zurückzuführen, sondern auch das Werk der Rebellen sei.

Wenn man mit jemandem spricht, der gerade Ost-Aleppo verlassen hat, […] sagen sie, dass sie kein Essen, keine Elektrizität, keine Medizin haben. Ihre Kinder konnten nicht zur Schule gehen", sagte Ortiz. Die Terroristen hätten die Kinder der Einwohner benutzt, um diese zu erpressen.

Die Lebensumstände der Zivilisten in den von Rebellen besetzten Gebieten seien "wirklich unmenschlich" gewesen. Die meisten Rebellen im Ostteil der Stadt seien ausländische Söldner. Ortiz zufolge hätten die meisten Einwohner die Befreiung der Stadt begrüßt.

Die Menschen waren voller Hoffnung und froh, als sie von Ost-Aleppo in den westlichen Stadtteil zogen. Sie dankten Gott und der syrischen Armee. Sie hatten nichts mit Politik zu tun. Sie sprachen nicht darüber, die eine oder andere Seite zu unterstützten. Sie waren einfach froh, frei zu sein", berichtete Ortiz.

Den Waffenstillstand, der durch Verhandlungen zwischen der Türkei und Russland zustandekam, begrüßte die bolivianische Schauspielerin:

Er könnte die Gebete vieler Leute beantworten", stellte sie fest. "Ich konnte mit all diesen Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Religionszugehörigkeit sprechen – sie alle beten für einen echten Waffenstillstand."

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