Papst Franziskus fordert, dass die Waffen in Syrien “ewig schweigen”

Papst Franziskus fordert, dass die Waffen in Syrien “ewig schweigen”
Papst Franziskus gibt seinen Segen "Urbi et Orbi"
Rund eine Woche nachdem Regierungskräfte Aleppo befreiten, haben die Christen im vom Krieg zerrütteten Syrien Weihnachtsmessen abgehalten. Im Zuge neuer Hoffnungen auf ein Ende des jahrelangen Konflikts beteten sowohl der Papst in Rom, als auch orthodoxe Geistliche in Syrien für einen langanhaltenden Frieden.

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Papst Franziskus, der zu mehr als 40.000 Katholiken auf dem Petersplatz im Vatikan sprach, bat die Gläubigen darum für diese zu beten, die unter dem „Götzenbild des Geldes“ litten, welches sich in dem menschlichen Leid in vom Krieg zerrissenen Ländern wie Syrien manifestiere.

Der oberste Hirte drängte seine Schäfchen dazu, für Frieden zu beten, während Milliarden von Menschen die Geburt Jesu Christis (laut dem Gregorianischen Kalender) am 25. Dezember feierten:

Es ist Zeit für die Waffen, für immer zu schweigen [in Syrien], und für die internationale Gemeinschaft aktiv eine Verhandlungslösung zu suchen, sodass friedliche Koexistenz in dem Land wiederhergestellt werden kann. Frieden den Menschen die leiden wegen der wirtschaftlichen Ambitionen weniger, wegen der schieren Gier und dem Götzendienst dem Gelde, welcher zu Sklaverei führt.

Der Papst sprach, während hunderte von Kirchen in Syrien ihre Weihnachtsmessen abhielten. In dem kürzlich befreiten Aleppo, leitete der griechisch-orthodoxe Patriarch von Antiochien und des ganzen Ostens, John der X. Yazigi, eine festliche Messe in der  griechisch-orthodoxen St. Elias Kirche.

In seiner Weihnachtspredigt dankte der Patriarch tausenden von Einheimischen für ihre „Standhaftigkeit und ihren Einsatz für ihr Land“, und das Überstehen des „großen Sieges von Aleppo und seiner Befreiung vom Terrorismus.“, berichtete die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA.

Liturgien wurden ebenso in der Melkitischen Griechisch-katholischen Kathedrale der Entschlafung der Gottesmutter abgehalten, wo Erzbischof Josef Absi die Weihnachtsmesse leitete.

Frieden, sagte Absi, „leuchte am Horizont“. Er versprach den Gläubigen, dass Syrien wieder ein „Paradies“ werde, da der nationale Versöhnungsprozess den Weg ebne für „Sicherheit, Glück und Wohlstand.“

Ein orthodoxer Gottesdienst wurde in der syrisch-orthodoxen Kirche des heiligen Georg in Damaskus abgehalten. Die Gebete wurden von Mar Ignatius Aphrem II Karim, dem Oberhaupt der syrisch-orthodoxen Kirche gesprochen. Bischof Armasch Nalbandian, Primat der armenischen Kirche von Damaskus, nahm ebenfalls an den Festlichkeiten teil.

Patriarch Aphrem hielt die Weihnachtspredigt, in welcher er den Syrern zur Befreiung Aleppos vom Terrorismus gratulierte, rief laut Berichten von SANA jedoch in Erinnerung:

Diese Freude ist getrübt durch die Abwesenheit des Bischofs von Aleppo, John Ibrahim und Boulos Yazigi, wir hoffen und beten für ihre baldige Rückkehr. Wir feiern Weihnachten in einer Zeit, in der das geliebte Syrien unterm Krieg, Zerstörung, Töten und Vertreibung durch Terroristen leidet. Terrorgruppen hätten diese Taten nicht begehen können ohne die Komplizenschaft einiger benachbarter Länder und internationaler Mächte die diese Gruppen unterstützten, bewaffneten und finanzierten, unter dem Deckmantel von Freiheit, Demokratie und dem Respekt für Menschenrechte.

Auch andere Gottesdienste wurden überall in Syrien abgehalten, inklusive in den Provinzen Daraa, Hasaka und Latakia.

Mit einer Crew am Boden war RT der erste Fernsehsender, der von Weihnachtsvorbereitungen und Feierlichkeiten in der befreiten Stadt Aleppo berichtete. Die Szenen zeigen auch die Zerstörung christlicher Kirchen und Schreine, die Einheimische jahrelang ertragen mussten.

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Christen in Syrien, die ungefähr 10 Prozent der Bevölkerung der Bevölkerung vor dem Krieg ausmachten, waren zwischen die Fronten des Krieges zwischen der Regierung und Rebellengruppen geraten, welche Teile des syrischen Territoriums kontrollieren. Die christliche Minderheit wurde besonders vom IS und anderen dschihadistischen Gruppen verfolgt.

Christen, mit vielen anderen Zivilisten, wurden getötet, vergewaltigt, in die Sklaverei verkauft und verloren ihr Zuhause und ihre Lebensgrundlagen, was viele zur Flucht zwang.

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