"Unsere Koalition muss bleiben" – 5.000 US-Soldaten unterstützen irakische Offensive auf Mossul

"Unsere Koalition muss bleiben" – 5.000 US-Soldaten unterstützen irakische Offensive auf Mossul
US-Soldaten bei einer Übung in Erbil, Irak.
Mehr als 5.000 US-Streitkräfte, die im Irak stationiert sind, schließen sich mit anderen Koalitionskräften der Front gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" an. Die Offensive auf Mossul konnte nach knapp zwei Monaten kaum nennenswerte Ergebnisse hervorbringen.
Iraks Präsident Saddam Hussein vor dem Gericht, das ihn zum Tode verurteilte, Bagdad, 1. Juli 2004.

"Wir hatten immer die Möglichkeit Seite an Seite zu kämpfen. Aber wir waren nie zu diesem Maß verbunden", sagte US-Oberst Brett G. Sylvia der Nachrichtenagentur Reuters.

Seit August 2016 stellen sich die Koalitionskräfte der Operation Inherent Resolve aus 25 Ländern zusammen. Die überwiegende Mehrheit der Truppen am Boden kommt aus den Vereinigten Staaten. Zusammen bekämpfen diese Staaten den "Islamischen Staat" (IS, früher ISIS/ISIL) im Irak und im benachbarten Syrien seit 2014 bekämpft.

„Es ist Teamarbeit“, sagte der US-amerikanische Hauptmann Lou Murillo im Irak gegenüber Reportern. Er fügte hinzu:

"Wenn wir Geheimdienstinformationen haben, reden wir mit ihnen und stellen sicher, dass wir Teil des Entscheidungsprozesses sind. Und dann schicken wir eine Anfrage an unser übergeordnetes Hauptquartier und sie verarbeiten die Ziele von dort aus weiter."

Die Koalition verlegt Truppen zur Verstärkung der irakischen Armee in Richtung Mossul. Die Irakischen Sicherheitskräfte (ISF) vermochten unter schweren Verlusten, gerade 20 Prozent der Stadt in knapp zwei Monaten unter ihre Kontrolle zu bringen. Diese Woche griff der IS den Vorort Gogjali hinter den Verteidigungslinien der irakischen Armee mit drei Bombenanschlägen an. 

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch berichtet, dass der IS "willkürlich oder absichtlich Menschen tötet, die sich weigern als menschliche Schutzschilde zu dienen".

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Die US-Armee entsandte neue Truppen, um die irakischen Sicherheitskräfte zu untersützen, in einer Rolle die sich angeblich auf „Ausbildung, Beratung und Unterstützung“ beschränkt.

Gemeinsam mit US-amerikanischen Truppen wurden mehrere tausend irakische Bundespolizisten aus südlichen Randbezirken verlegt, um die Front zu verstärken. Insgesamt bildet die US-geführte Koalition die größte Streitmacht im Irak seit der US-Invasion im Jahre 2003.

Auf die Frage, ob sich US-Truppen an Kampfhandlungen beteiligen werden, antwortete Oberst Steve Warren, dass Soldaten "nur dort seien, um zurückzuschießen, falls jemand auf sie schießen sollten. Sie werden nicht losgehen und irgendeine Mission auf eigene Initiative durchführen".

Laut dem Pentagon führte die US-Luftwaffe als ein Teil der Operation Inherent Resolve inzwischen 13.058 Luftschläge gegen den IS durch. Davon wurden 7.248 im Irak und 5.810 in Syrien ausgeführt.

US-Verteidigungsminister Ash Carter erwähnte unterdessen, dass die Möglichkeit besteht, noch mehr Truppen in den Irak zu schicken. Dazu sagte er gegenüber Fox News:

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"Wir müssen weiter ausländische Kämpfer bekämpfen, die versuchen zu fliehen. Der IS darf sich nicht reorganisieren. Um dieses zu erreichen, müssen nicht nur die USA, sondern auch die Koalition im Irak bleiben und weiterhin militärisch aktiv sein."

Im April dieses Jahr sagte Präsident Barack Obama im Gespräch mit CBS News noch, er erwarte den Fall Mossuls Ende dieses Jahres:

"Meine Erwartung ist, dass wir bis zum Ende dieses Jahres die Umstände geschaffen haben werden, unter welchen Mossul schließlich fallen wird."

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