Explosive Exportschlager: Großteil der chemischen Stoffe für Waffenfabriken des IS kommt aus Türkei

Explosive Exportschlager: Großteil der chemischen Stoffe für Waffenfabriken des IS kommt aus Türkei
Eine britische Organisation hat aufgedeckt, wie der IS große Mengen türkischer Rohstoffe bei seiner Waffenproduktion verwendet. Auch ein massiver Anstieg des Exportes von türkischem Düngemittel an Syrien lässt Fragen aufkommen.

Die britische Nichtregierungsorganisation Conflict Armament Research (CAR, zu Deutsch: Konflikt- und Rüstungsforschung) stellte in ihrem Bericht fest, dass die Rohstoffe, die der IS in seinen Rüstungsbetrieben im Nordirak verwendete, größtenteils türkischen Ursprungs waren. So stammt etwa das Kaliumnitrat, das die dschihadistischen Waffenschmiede verwendeten, um Raketen herzustellen, aus der Türkei. Die Terrororganisation konnte ebenfalls große Mengen türkischen Sorbitols beschaffen. Sorbitol ist ein Zuckerersatz, den der IS als Treibstoff für Raketen verwendet.

Syrische Soldaten sichern nach der Befreiung von Palmyra im Juli 2016 die historischen Grabanlagen und Bauwerke.

Bereits im Februar hatte CAR einen ähnlichen Bericht veröffentlicht. Damals stellte die Organisation fest, dass 13 türkische Unternehmen als Lieferanten der Rohstoffe fungierten, die der IS für die Waffenproduktion benötigte. Tolga Tanis, ein Journalist der türkischen Zeitung „Hürriyet“, berichtete, dass die türkischen Unternehmen und Behörden bisher keinen Beitrag geleistet haben, um die Vorfälle aufzuklären.

Tanis verwies in seinem Artikel auf eine kuriose Statistik. Offiziellen Daten zufolge verkaufte die Türkei das Düngemittel Ammoniumnitrat vor dem Ausbruch des Bürgerkrieges nur in zwei Jahren an Syrien, das waren 2003 und 2008. Von 2013 bis 2015 dagegen gelangten ganz legal Tausende Tonnen dieser Substanz nach Syrien. Das heikle an dieser Angelegenheit ist, dass nicht nur Bauern Ammoniumnitrat verwenden: auch für die Produktion von Sprengstoffen kommt das Salz zum Einsatz. 

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