US-Senator: IS dient US-Regierung und lokalen Verbündeten als Werkzeug

US-Senator: IS dient US-Regierung und lokalen Verbündeten als Werkzeug
Zu wertvoll, um zerschlagen zu werden: Die Regierung Obama und deren regionale Verbündete Türkei und Saudi-Arabien schonen den IS, sobald dessen Treiben ihren Interessen nützt.
Scharfe Kritik an der Syrienpolitik der scheidenden US-Regierung übt Virginias Senator Richard Black. Statt die Terroristen zu bekämpfen, instrumentalisieren sie die USA, die Türkei und Saudi-Arabien für eigene Interessen. Donald Trump werde das ändern.

Im Gespräch mit RT über den Vormarsch der IS-Milizen von Mosul nach Palmyra hat der US-amerikanische Senator von Virginia, Richard Black (Republikaner), seine Zweifel daran geäußert, dass die US-geführte Koalition eine solche Umgruppierung übersehen würde, wenn die Entwicklung nicht im möglichen Interesse der USA und der regionalen Akteure wäre.

Angesichts der Tatsache, dass das Gebiet zwischen dem vom Islamischen Staat (IS, ehemals ISIS / ISIL) besetzten Territorium und Palmyra eine "sehr karge", felsige Wüste ist, "ist es nicht vorstellbar, dass die von den Amerikanern geführte Koalition diese massive militärische Bewegung in Richtung Palmyra übersehen hätte", sagte Senator Black zu RT.

Ich war überrascht, dass ISIS Palmyra angreifen konnte. Es ist wichtig, zu erkennen, dass die Distanz vom ISIS-Territorium nach Palmyra etwa 100 Meilen beträgt", fügte der Senator hinzu, der wiederholt seine Unterstützung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad im Kampf gegen die Dschihadisten bekundet hat.

Die Tatsache, dass die US-geführte Koalition angesichts der akuten terroristischen Bedrohung für das UNESCO-Weltkulturerbe wegsieht, illustriert seiner Meinung nach einen Teil der außenpolitischen Strategie der gegenwärtigen Führung des Weißen Hauses gegenüber dem Islamischen Staat.

Leider, so glaube ich, hat es unter der Obama-Regierung viel an Koordination zwischen den Terroristen und der US-geführten Koalition gegeben", sagte Black.

Während die USA, wie auch andere westliche Länder und große regionale Akteure, nicht dieselben Ziele wie die Terroristen verfolgen, schienen sie den Islamischen Staat dann verschont zu haben, wenn ein Luftangriff gegen diese Terrorgruppe zu einem Nachteil für die Türkei geführt hätte. Die Türkei ist das Schlüsselmitglied der NATO in der Region und ein wichtiger Verbündeter der USA. Black behauptet außerdem, dass Ankara wirtschaftliche Beziehungen mit den Terroristen unterhielt.

Dort waren die Terroristen bei niemandem beliebt, aber sie waren doch ein wichtiger Handelspartner der Türkei, und die Vereinigten Staaten hatten jeglichen Angriff zurückgehalten, als sie nach Palmyra griffen und hundert Meilen über offenes Territorium zogen. Und ich kann bestätigen, dass nicht eine einzige Bombe vonseiten der US-geführten Koalition abgeworfen wurde", sagte Black.

Bildquelle: Twitter/ FSA-Aktivist, Bild von türkischer Sondereinsatzkraft in Syrien

Dieser sehr selektive Ansatz bei der Bekämpfung von Terroristen lässt vermuten, dass die US-geführte Koalition Dschihadisten nur dann bekämpft, wenn das die eigenen Interessen ihrer Mitglieder nicht beeinträchtigt. Black schlägt vor, die Anstrengungen der Koalition unter solchen Umständen als "katastrophal unproduktiv" zu betrachten.

Ich denke, dass der IS oft von der Türkei und den Vereinigten Staaten als Werkzeug verwendet wird. Und solange er für eine der Parteien nützlich ist, wird er verschont. Wenn er nicht mehr nützlich ist, wird er nicht mehr verschont", sagte Black.

Er argumentierte, dass der IS als ein "Werkzeug der Türkei, Saudi-Arabiens, Katars, der Vereinigten Staaten und der NATO-Kräfte" diente, und das "vom ersten Moment an", als der Konflikt in Syrien begonnen hatte.

Gleichzeitig lobte der Senator die US-geführte Offensive im Irak, die sich auf die Befreiung der zweitgrößten Stadt Mosul von den Militanten konzentrierte, und sagte, dass die Koalition "sehr gut in Mosul arbeite" und auf gutem Wege sei, um "die IS-Streitkräfte aus Mosul zu vertreiben".

Jedoch spielt, so der Kongressabgeordnete weiter, die jüngste Entscheidung von US-Präsident Barack Obama, die Beschränkungen für die Lieferung von Waffen für "ausländische Kräfte, unregelmäßige Kräft sowie Gruppen oder Einzelpersonen", die vom US-Militär in Syrien unterstützt werden, aufzuheben, in die Hände der Terroristen und sieht wie ein "verzweifelter letzter Versuch" der scheidenden Regierung aus, noch einmal Tatsachen zu schaffen.

Der Senator sagte, dass der sich anbahnende Wechsel der Oberbefehlshaber in den Vereinigten Staaten durch eine Wende in Syrien und die Auflösung aller Verbindungen zu den Terroristen gekennzeichnet sein werde.

Wenn Donald Trump an die Macht kommt, wird die Unterstützung für die Terroristen gekappt. Wir werden nicht mehr an der Seite der Terroristen sein", sagte er.

Senator Black, der für seine heftige Kritik an der gegenwärtigen US-Politik gegenüber Syrien bekannt ist, bezeichnete diese in einem Kommentar für die Washington Post im April dieses Jahres als "verrückt" und argumentierte, dass es "innerhalb unserer Macht ist, das Blutvergießen zu stoppen".

Im April reiste Black auch nach Palmyra und traf sich mit syrischen Regierungsbeamten. Er sagte, dass der militärische Konflikt in Syrien nicht das Ergebnis inländischer Probleme sei, sondern eines Plans, der von ausländischen Geheimdiensten, einschließlich jener der westlichen Länder, Saudi-Arabiens und der Türkei erarbeitet wurde und durchgeführt wird.

Die Regierung und die Menschen in Syrien wollen Frieden, aber die Länder in der Region nicht", erklärte Black damals der Syria Times zufolge dem Gouverneur von Homs, Talal Barazi.

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