Russisches Versöhnungszentrum: "IS sammelte 4.000 Kämpfer für neuen Ansturm auf Palmyra"

Russisches Versöhnungszentrum: "IS sammelte 4.000 Kämpfer für neuen Ansturm auf Palmyra"
Mehr als 4.000 Kämpfer des Islamischen Staats, verstärkt von Panzern, haben eine Offensive zur Wiedereinnahme der syrischen Schlüsselstadt Palmyra begonnen. Laut dem russischen Militär hat der IS erhebliche Verstärkung erhalten aus Rakka und Deir Ez-Zor. Zuvor seien IS-Einheiten aus dem irakischen Mosul abgezogen worden.

Der IS hat erhebliche Kräfte nach Palmyra geschickt aus der Gegend um Rakka, wo von den USA und der internationalen Koalition gestützte Söldner die Kampfhandlungen gegen die Terroristen diese Woche eingestellt haben", heißt es im Statement des russischen Militärs.

Das Zentrum für Versöhnung berichtet, dass die syrische Armee gegen die Dschihadisten kämpfe.

"Trotz schwerer Verluste an Menschen und militärischem Gerät versuchen die Terroristen so nah wie möglich an die Stadt vorzurücken, da die russische Luftwaffe keine Luftangriffe gegen Wohnviertel in der Stadt Palmyra durchführt", steht weiter in der Stellungnahme.

IS rückt wieder auf Palmyra vor - Armee evakuiert 80 Prozent der Einwohner

Palmyra wurde im Jahre 2015 vom IS eingenommen, jedoch gelang es den syrischen Streitkräften mit Unterstützung der russischen Luftwaffe, die Stadt im März dieses Jahres zu befreien.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag gelang es den syrischen Streitkräften mit Unterstützung der russischen Luftwaffe, mehrere Angriffe auf Palmyra abzuwehren, wobei bis zu 300 Dschihadisten getötet wurden, sagte das russische Verteidigungsministerium.

Auch am Samstag drangen Berichten zufolge Terroristen in einige Stadtteile Palmyras ein und zwangen die syrische Armee, einige ihrer Stellungen aufzugeben. Laut AP, die das von Aktivisten betriebene Palmyra Koordinations Netzwerk zitiert, konnten Dschihadisten in nördlichen und nordöstlichen Teilen Palmyras Stellung beziehen.

Laut dem Russischen Zentrum für Versöhnung erhalten die Terroristen Unterstützung von Dschihadisten aus dem Irak.

Frühere [russische] Geheimdienstinformationen sahen eine Bewegung von bis zu 5000 IS-Terroristen nach Rakka und Deir Ez Zor aus dem irakischen Mosul", heißt es weiter.

Im Oktober warnte der russische Außenminister Sergej Lawrow, dass Terroristen "aus Mosul fliehen könnten in Richtung Syrien".

Mittlerweile hat der IS durch seine Nachrichtenagentur Amaq verlautbart, dass die Dschihadisten die Stadt eingenommen haben. Insbesondere behaupteten sie, dass der IS die Kontrolle über die alte Burg in Palmyra einnahmen, welche über der Stadt steht.

In einem Interview mit RT mutmaßte der preisgekrönte britische Journalist Martin Jay, dass einige der Kämpfer, die jetzt Palmyra angreifen, in der Tat aus dem Irak kommen könnten.

Mosul war in den Anfangsmonaten der Kampagne relativ offen und es gab viele sogenannte Rattenlinien, das waren Korridore für ISIS-Kämpfer um die Stadt zu verlassen. Ich denke, dass in den ersten paar Wochen des Feldzuges, als dieser gerade vom Premierminister Abadi im Irak angekündigt wurde, viele Kämpfer geflohen sind und sich in andere Gegenden jenseits der Grenze in Syrien bewegt haben", sagte Jay.

Er merkte an, dass die neue Schlacht um Palmyra "einige Zeit" kosten könnte und zu einer "verlängerten" werden könnte. Um die russische Luftwaffe von der Hilfe für syrische Regierungstruppen abzuhalten, könnten die Terroristen tief in die Wohnviertel vordringen und die Menschen dort als Geiseln nehmen sowie als Schutzschilde benutzen.

Das ist die Taktik, die für sie von den ersten Tagen an funktioniert hat, also Zivilisten als Schutzschilde gegen Luftangriffe zu benutzen.

Jay merkte auch an, dass der Islamische Staat (IS, früher ISIS oder ISIL) die Angriffe auf das als UNESCO-Weltkulturerbe eingetragene Palmyra als PR-Maßnahme nutzen könnte, da "die Welt sich wahrscheinlich vielmehr um Palmyra schert als um Aleppo, und der IS weiß das".

Also können sie mit einer relativ simplen Infrastruktur, ein paar Kameras und ein paar Aktivisten auf Twitter einen maximalen PR-Effekt erzielen, indem sie Palmyra zerstören, und das ist, was passiert, deswegen ist es so wichtig", fasste der britische Journalist zusammen.

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