Anti-Terrorkampf in Nahost: Großbritannien verdoppelt mithilfe der USA seine Drohnenflotte

Anti-Terrorkampf in Nahost: Großbritannien verdoppelt mithilfe der USA seine Drohnenflotte
Großbritannien plant, seine bestehende Drohnenflotte durch US-Technologie vollständig zu erneuern.
Großbritannien verdoppelt seine bewaffnete Drohnenflotte im Kampf gegen mutmaßliche Terroristen im Nahen Osten. London will Drohnen der neuesten Generation aus den USA für 127 Millionen US-Dollar erwerben. Das teilte die britische Regierung am Sonntag mit.

Verteidigungsminister Michael Fallon sagte bei einer Rede vor dem Reagan-Verteidigungsforum in Kalifornien, die Regierung plant, neue Protector-Drohnen mit Panzerabwehrraketen vom Typ Brimstone und intelligenten Bomben vom Typ Paveway auszurüsten.

Wie Fallons Ministerium informierte, werden die Drohnen von der US-amerikanischen Rüstungsschmiede General Atomics entwickelt. Das Unternehmen hatte bereits die Drohnen vom Typ Reaper gebaut, die seit Jahr und Tag für die US-amerikanischen und britischen Streitkräfte im Einsatz sind.

Großbritannien unterhält gegenwärtig zehn Reaper-Drohnen. Die modernere Drohnenvariante namens Protector soll diese bis 2021 komplett ersetzen. Fallon verteidigte die Entscheidung Londons mit folgenden Worten:

Großbritannien sieht sich mit neuen Bedrohungen konfrontiert. Wir müssen auf innovative Lösungen blicken, um unseren Feinden zuvorzukommen.

„Die Verdopplung der Investitionen in unsere unbemannte Luftflotte wird wesentlich zur geheimdienstlichen Aufklärung und zur Feuerkraft der Königlichen Luftwaffe beitragen", sagte der Minister. "Die Sicherheitspartnerschaft Großbritanniens mit den USA ist die tiefste und fortschrittlichste aller Nationen auf dieser Erde."

Der Minister für Verteidigung fügte hinzu:

Das Programm ist Teil einer weiteren Stärkung, die dazu beitragen wird, dass sich Großbritannien sicher fühlt und sicher bleibt.

London setzt seine bewaffneten Drohnen vor allem im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" im Irak und Syrien ein. Im September vergangenen Jahres genehmigte die Regierung in London einen beispiellosen Luftangriff gegen zwei mutmaßliche britische IS-Mitglieder. Eine parlamentarische Erlaubnis für die Tötung der Briten auf ausländischem Boden hatte das Verteidigungsministerium nicht eingeholt.

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Der damalige Premierminister David Cameron verteidigte die Entscheidung, Riad Khan, 21 Jahre alt, und Ruhul Amin, 26 Jahre alt, töten zu lassen. Eigenen Angaben zufolge stellten die zwei Briten eine unmittelbare Gefahr für die nationale Sicherheit Großbritanniens dar.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International verurteilte den Angriff. Sie sagte, es ist "äußerst beunruhigend, dass das Vereinigte Königreich anscheinend Massenhinrichtungen aus der Luft" befürwortet.

Vier Monate später begann die britische Luftwaffe infolge eines entsprechenden Parlamentsbeschlusses, im Rahmen der US-geführten Anti-IS-Koalition bemannte und unbemannte Missionen über Syrien zu fliegen. In den ersten drei Monaten der Mission konnte die königliche Luftwaffe jedoch nur 33 erfolgreiche Luftschläge verbuchen.

Das britische Verteidigungsministerium stellte eigens eine Beschreibung der Vorteile der neuen Protector-Drohne aus.

Laut einem Bericht des militärwissenschaftlichen Online-Fachmagazins Janes wollte London im April noch weitere 20 Drohnen im Wert von 528 Millionen US-Dollar erwerben.

Das Verteidigungsministerium äußerte, dass die Protector-Drohne "eine verbesserte Reichweite und Ausdauer, eine größere Waffenkapazität, automatischen Start und Landung sowie eine höhere Widerstandsfähigkeit" biete.

Laut Janes weist die Protector eine maximale Flugdauer von mehr als 40 Stunden im Vergleich zu den 27 Stunden der Reaper aus. Allerdings habe sie eine niedrigere Höchstgeschwindigkeit, was darauf hindeutet, dass London auf steigende Ausdauer und Beharrlichkeit bei künftigen Operationen setzt.

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