Russland und syrische Rebellen verhandeln in Türkei über Frieden in Aleppo - ohne USA

Russland und syrische Rebellen verhandeln in Türkei über Frieden in Aleppo - ohne USA
Syrische Regierungstruppen in der Nähe einer Moschee in Aleppo's Stadtteil Al-Haidariya, 28. November 2016.
Vertreter der syrischen Opposition verhandeln mit russischen Unterhändlern über ein Ende der Kämpfe in Aleppo. Das berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf vier syrische Rebellen-Quellen. Angeblich sind die USA von diesen Gesprächen ausgeschlossen.

Die an den Gesprächen beteiligten Parteien halten derzeit ihre Konsultationen in Ankara ab. Die Türkei hatte die Kontakte vermittelt. Die USA selbst nehmen an den Verhandlungen nicht teil, erklärten gut informierte Quellen aus dem Umfeld der syrischen Rebellen gegenüber der britischen Tageszeitung "Financial Times".

Ein türkisches Panzerfahrzeug vom Typ ACV-15, fotografiert von einer FSA-Einheit nördlich von al-Bab.

Die Russen und Türken reden miteinander, ohne die USA. Washington nicht ist zu diesen Gesprächen eingeladen. Die wissen nicht einmal, was in Ankara los ist", sagte ein Oppositionsvertreter aus Syrien, der gegenwärtig in Ankara verweilt.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die syrische Opposition mit der russischen Seite trifft. Beispiellos ist jedoch, dass so viele Rebellengruppen an den Verhandlungen teilnehmen, schreibt die "Financial Times". Laut der Tageszeitung ist dies "ein Zeichen, dass die Rebellen ein Abkommen anstreben".

Die Informationsquellen lehnten es jedoch ab, genaue Informationen weiterzugeben. Es sei nicht bekannt, in welchem Rahmen sich die Opposition mit russischen Unterhändlern getroffen hätten und in welchem Ausmaß türkische Vertreter vermittelten.

Nichtsdestotrotz scheinen die Gespräche nur wenige Fortschritte gebracht zu haben. Die Tatsache, dass sie ohne Beteiligung der USA stattfinden, unterstreiche jedoch die sich wandelnde politische Dynamik im Nahen Osten, schreibt die "Financial Times".

Am Donnerstag sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow, dass Russland über die Türkei konstant in Kontakt mit verschiedenen Gruppen in Syrien ist.

Wir haben Kontakte mit irgendwelchen politischen Gruppen oder Feldkommandeuren nie vermieden", sagte Lawrow auf einer Pressekonferenz in der Türkei. "Da unsere türkischen Kollegen Kontakte zu ihnen haben, tauschen wir Informationen über die Stimmung in diesem Bereich aus. Wir motivieren sie, Teil einer Lösung zu werden. Verständlicherweise können wir keine Details über diese Angelegenheiten teilen, aber es wird professionell und kontinuierlich gemacht."

Die "Financial Times" fragte auch die Pressesprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, um eine Stellungnahme. "Washington hat sich selbst isoliert. Wir verhandeln seit Jahren mit der syrischen Opposition über die Türkei – es ist nichts Neues", ließ Sacharowa die britische Wirtschaftszeitung wissen.

Die Initiative kam nur wenige Tage, nachdem der stellvertretende Außenminister Russlands, Michail Bogdanow, gesagt hatte, Moskau hoffe, dass die Problematik in Aleppo bis zum Ende des Jahres einer Lösung zugeführt werden könne.

Anfang der Woche nahmen syrische Regierungstruppen gemeinsam mit Schiiten-Milizen rund 40 Prozent der zuvor von Rebellen gehaltenen Gebiete in Ost-Aleppo ein. De facto sei die Stadt von den Rebellen befreit, heißt es aus Moskau, das die syrische Armee unterstützt.

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