Israel in Flammen – Die Feuer-Intifada

Israel in Flammen – Die Feuer-Intifada
Erin Löschflugzeug bekämpft Brände vor der Stadt Haifa, Israel November 2016.
Rund 200 Feuer haben in den letzten drei Tagen in Israel gewütet. Es kam zu Verletzungen und zehntausenden Evakuierungen. Bejubelt von der arabischen Welt soll es sich bei der Hälfte der Feuer um Brandstiftungen handeln. Die Presse Israels spricht bereits von einer „Feuer-Intifada“.

von Olga Banach

Seit Donnerstag vergangener Woche sollen 200 Feuer in den israelischen Gebieten ausgebrochen sein. Der israelische Sicherheitsminister gab bekannt, dass 50 Prozent davon Brandstiftung gewesen seien. Eine Karte, in der „Jerusalem Post“ veröffentlicht, zeigt die Brandherde, die sich quer über Israel verteilen. Die am schwersten betroffenen Gebiete sind im Norden des Landes. Ein Viertel der Bewohner Haifas mussten hier ihre Häuser verlassen. Haifa ist die drittgrößte Stadt Israels. Die israelische Presse fand schnell zu einer neuen Begrifflichkeit, den Feuerterror umschreibend: „Feuer-Intifada“. 

Ortschaften und die Universität der Hafenstadt Haifa mussten evakuiert und Züge angehalten werden. Das öffentliche Leben war in den letzten Tagen stark eingeschränkt und es kam zu zeitweiligen Stromausfällen. Die Feuer hatten solche Ausmaße angenommen, dass sich der Premierminister Benjamin Netanjahu zu Wort meldete und in einer offiziellen Ansprache jeden Brandstifter warnte, dass Feuerlegen als ein Terrorakt angesehen werde. 

Israel zog all seine Kräfte zusammen, um die Brände zu bekämpfen, doch die Trockenheit Israels ist Nährboden für die Ausbreitung der Feuer und so erschöpfte sich auch bald die Hilfe der Armee. Internationale Löschflugzeuge aus Russland, Griechenland, Italien, Zypern und der Türkei kamen zum Einsatz. Nachdem die Türkei mit der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen begonnen hat, zeigte sich der israelische Premierminister Netanjahu dankbar für die Unterstützung seines Landes im Kampf gegen die Flammen. Auch Putin sprach mit Netanjahu und entsandte zwei Löschflugzeuge. Der palästinensische Zivilschutz wollte ebenfalls Löschfahrzeuge über die Grenze nach Israel entsenden. 

Der Hashtag „#Israel is burning“, von Israel-Gegnern und Imamen aus der arabischen Welt ins Leben gerufen, avancierte schnell zum Twitter-Hit und wurde bis Donnerstag Nachmittag 128.000 mal geteilt. In Ägypten wurden die Nachrichten der Großbrände über „the Zionist entity is burning“ veröffentlicht. 

Besonders geschmacklos war in diesem Zusammenhang das gestellte Video eines Kochs, der in einer Küche auf und ab springt und sich über einen brennenden Menschen, der Israel darstellen soll, erfreut. 

Viele sehen die Feuer als eine Strafe Gottes gegen die geplanten Einschränkung der muslimischen Gebete über Lautsprecher. Ein Verbot des Ausrufs der Gebete ist nicht vorgesehen, wohl aber zeitliche Einschränkungen, um die nächtliche Ruhe der Anwohner nicht zu stören. Dieses entspräche auch denen arabischer Nachbarländer und beziehe sich ebenso auf Kirchen.  

Gilad Erdan hofft, dass die Flammen nun unter Kontrolle sind. Es hat bereits erste Festnahmen gegeben. Netanjahu kündigte an, dass auch die Hetze in den sozialen Medien, Feuer weiter zu entfachen, streng geahndet werden würde.

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