Irakische Armee versagt in Mossul: Kaum Fortschritte im Häuserkampf und 85.000 Vertriebene

Irakische Armee versagt in Mossul: Kaum Fortschritte im Häuserkampf und 85.000 Vertriebene
Die Offensive zur Befreiung Mossuls vom IS geht nur schleppend vonstatten. Zügig steigt lediglich die Zahl der Flüchtlinge und Vertriebenen an.
Irakische Truppen haben am Dienstag vergeblich versucht, auf eine weitere Nachbarschaft im Osten von Mossul vorzurücken. Sie stießen auf heftigen Widerstand vonseiten des IS. Seit Beginn der Kampfhandlungen sind bereits 85.000 Menschen aus der Stadt geflohen. Militärexperten zeigen sich gegenüber RT entsetzt über eklatante Koordinierungsdefizite der US-gestützten Kräfte.

Der IS greift irakische Spezialeinheiten anhaltend mit Raketen und Mörsern an. Auf diese Weise ist es der Terrormiliz gelungen, die Offensive der regierungsloyalen Kräfte abzubremsen. Im dichtbesiedelten Viertel von Zuhur stecken die irakischen Soldaten derzeit fest, räumte der Brigadegeneral Haider Fadel im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP ein.

Wir rücken vorsichtig vor. Es gibt zu viele Zivilisten, die dort noch leben", sagte er.

Irakische Truppen haben am Sonntag mit der Belagerung von Zuhur begonnen. Zuvor hatten die Truppen ihre Stellungen am äußersten östlichen Stadtrand Mossuls noch befestigt. Selbstmordattentate, Scharfschützenfeuer und die Sorge um die Sicherheit von Zivilisten - es lebt derzeit immer noch eine Million Bürger in der Stadt - haben die Kampagne zur Rückeroberung von Mossul stark verlangsamt, die Kräfte der Anti-IS-Koalition und irakische Einheiten seit dem 17. Oktober führen.

IS-Kämpfer setzen im Irak Chlorbomben ein (Symbolbild)

Über die Gründe für den zähen Ablauf des Vormarsches erklärt der unter anderem für "The Daily Beast" und "Middle East Eye" tätige, aus dem Irak berichtende Journalist Florian Neuhof:

Was schief läuft, ist, dass sich die verschiedenen Achsen untereinander nicht koordinieren, und deshalb die Eliteeinheiten zurzeit die einzigen sind, die weiter in die Stadt vorstoßen. Das heißt, dass der IS sich Mossul fast vollständig auf die Golden Division konzentrieren kann, während das Gros der Armee weiterhin ziellos außerhalb der Stadt verharrt.

Mehr als 85.000 Zivilisten sind mittlerweile bereits vor den Kämpfen aus ihren Häusern in Mossul geflohen. Das teilte der irakische Rote Halbmond am Dienstag in einer Stellungnahme mit. Er schreibt:

Nach fünf Wochen seit Beginn der Operationen hat die Zahl der Vertriebenen 58.293 erreicht.

Die meisten Vertriebenen suchten bislang in den Flüchtlingscamps von Hasan el-Scham und el-Chasir Zuflucht. Diese beherbergen alleine 30.675 Flüchtlinge. Allein in den vergangenen zwei Tagen sollen in den Camps 3.100 Binnenvertriebene eingetroffen sein.

Iyad Rafed vom Roten Halbmond sagte gegenüber internationale Nachrichtenagenturen über die Flüchtlinge und Vertriebenen:

Die Zahl steigt konstant an. Die Vertriebenen brauchen noch mehr Hilfe von internationalen Agenturen insbesondere wegen der fallenden Temperaturen.

Mitte 2014 hatte die Terrormiliz "Islamischer Staat" weitere Landestriche im Norden und Westen des Irak überrannt, einschließlich Mossuls, der zweitgrößten Stadt des Landes.

ForumVostok
MAKS 2017